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Vom Steinbruch ins Badezimmer

Naturstein aus Südtirol mit spannenden schwarz-weiß-Effekten

In einem Wohnhaus aus den 1970er Jahren sollte das Badezimmer saniert und neugestaltet werden.... mehr

In einem Wohnhaus aus den 1970er Jahren sollte das Badezimmer saniert und neugestaltet werden. Da bis auf die Schlafzimmer alle Räume bereits vor einigen Jahren mit neuen Natursteinfußböden ausgestattet wurden und dabei farblich ein Positiv-Negativ-Arrangement gewünscht war, schlug der Architekt, Philipp van Noppen, auch für die Neugestaltung des Badezimmers einen Naturstein vor, der diesen Farbkontrast in sich trägt.

Diese Idee stieß bei den Bauherren auf Gegenliebe und so wurde ein Rohblock vor Ort, in Südtirol, ausgewählt, der eine markante, diagonal angeordnete schwarz-anthrazitfarbene Ader aufwies. Solche Einschlüsse wurden bisher nicht vermarktet und den örtlich ansässigen Bildhauern und Künstlern überlassen. Neben der besonderen Textur des Steins weist das Material, das aus dem höchstgelegenen Steinbruch Europas stammt, auch durch seine technischen Materialeigenschaften ganz besondere Exklusivität auf.

Durch die Neugestaltung des Badezimmergrundrisses wurden zunächst eine nichttragende Zwischenwandscheibe sowie die vorhandene Badewanne entfernt. Da diese Flächen im Estrichbelag ausgespart waren, musste der vorhandene Estrichteil angearbeitet und ergänzt werden. Zugleich konnte eine Duschablaufrinne direkt in den neuen Estrich integriert werden.

Um die Spiegelung der Materialstruktur mit der gewünschten Wirkung zu erzielen, wurden sämtliche Plattenformate entsprechend der Raummaße und der Abmessung des Naturstein-Rohblocks auf das gewünschte Format gebracht. Dabei spielten auch Parameter wie die Ablagehöhe über dem WC, die Mitte des Handtuchheizkörpers und die Waschtischhöhe eine Rolle. Der Rohblock mit einem Gewicht von 17,9 Tonnen wurde aus dem Bruch per LKW in ein Natursteinwerk bei Verona gebracht, um dort zuerst in 58, jeweils 2 cm starke Unmaßplatten gegattert zu werden. Da jede Platte ein Unikat ist und es aufgrund der gespiegelten Anordnung besonders darauf ankam, die Struktur der jeweils direkt aneinander grenzenden Platten zu verwenden, musste jedes Risiko eines möglichen Bruchs minimiert werden. Um dies zu erreichen, wurde vor der weiteren Verarbeitung des Natursteins mit den Schritten der Oberflächenbearbeitung und dem Zuschnitt der Platten auf die Verlegeabmessung zuerst ein Glasfaser-Gittergewebe mit speziellem Epoxidharz auf die Rückseiten der Platten als Armierung geklebt.

Durch den gesamten Raum wurde bei der Planung ein Raster von 15,0 x 15,0 cm gelegt, auf welches sich sämtliche Achsbezüge und Kanten beziehen. Die Bodenplatte im Bereich der Dusche ist 1,00 m x 1,19 m, die Bahnbreite des restlichen Bodenbelags 62,5 cm. Die PCI Naturstein-Imprägnierung, welche nach einigen Tagen der Trocknung aufgetragen wurde, rundet das Gesamtwerk ab. Insbesondere die hydrophobe Wirkung der Imprägnierung bietet in einem Duschbad wie diesem klare Vorteile bei der Funktionsfähigkeit und der Pflege, so dass die Freude bei den Bauherren wohl lange erhalten bleibt.

www.van-noppen.com

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Philipp van Noppen
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