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Verbeugung vor Kunde und Natur

Das Amada Solution Center in Haan - Markenarchitektur mit ökologischem Mehrwert

Wer auf der A46 Richtung Wuppertal fährt, dem fällt der Gebäudekomplex nicht weit von der... mehr
Wer auf der A46 Richtung Wuppertal fährt, dem fällt der Gebäudekomplex nicht weit von der Ausfahrt Haan/Gruiten schnell ins Auge: Der deutsche Hauptsitz von Amada, weltweit einer der wichtigsten Hersteller für Metallverarbeitungsmaschinen mit Hauptsitz in Japan, setzt einen Akzent inmitten des Gewerbeparks südlich der Milrather Straße. Mit seinen außergwöhnlichen Gebäuden entfaltet sich der in zwei Bauabschnitten errichtete Unternehmenscampus inmitten einer modellierten Grünflächen-Landschaft entlang der zentralen Achse, an deren Ende sich eine Doppelreihe japanischer Kirschbäume befindet. Am höchsten Punkt liegt das Amada Solution Center – ein herausragendes Gebäudeensemble, in dem sich Präsentation und Kontaktpflege mit den Kunden, Mitarbeiterschulung und Firmenverwaltung konzentrieren.

„Den Kunden etwas zurückgeben“ – das ist das Leitmotto des japanischen Weltunternehmens. Mit entsprechender Transparenz und Offenheit und einer respektvollen architektonischen Verbeugung setzen die Architekten von Takenaka Europe die Customer Hall in Szene. Die am Haupteingang gelegene, von einem Wasserbassin flankierte Kundenhalle vermittelt einen sehr großzügigen, offenen Eindruck. Neben zwei weitläufigen, mit Naturstein ausgekleideten Wartefoyers versammeln sie mehrere komfortabel ausgestattete Präsentations- und Konferenzräume sowie sogenannte „Royal Rooms“ zur Tätigung von Geschäftsabschlüssen. Teils wurden sie im traditionellen japanischen Stil, teils zeitgenössisch ausgestattet. Ausgeführt wurde die Customer Hall in einer technisch anspruchsvollen Stahlrahmenkonstruktion: Neun, jeweils um 15 Grad geneigte Stahlrahmen sind im Fünf-Meter-Abstand und einer Stützweite von 25 m hintereinander gesetzt. Die dazwischen gespannte Glasfassade und die Überkopfverglasung wurden als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Stahl-T-Profilen ausgeführt. Was man weder von außen noch von innen sieht: Eine abgehängte innenliegende Sekundärkonstruktion verbindet die Rahmenelemente miteinander und steift sie in der Querrichtung aus. Entscheidend ist dabei, dass eine bautechnisch anspruchsvolle thermische Trennung vorgenommen wurde: Die Bildung von Kältebrücken zwischen den Tragwerken wurde auf ein Minimum reduziert. Die detaillierte Formgebung, die sich von der reduzierten Architektur Mies van der Rohes aber auch von Frank Lloyd Wright, etwa seinem Winterhaus Taliesin West in Arizona, inspiriert zeigt, harmoniert mit einem anspruchsvollen Energiekonzept, das über den Standard der Energieeinsparungsverordnung deutlich hinausführt. Dazu trägt nicht zuletzt auch die Nutzung von Erdwärme für die Heizung und Kühlung bei: Das angelegte Geo­thermiefeld mit 53 Tiefenbohrungen von je 130 m ist außerordentlich großzügig bemessen und gilt als eines der größten in NRW. Auch wenn das im Gegensatz zu Solarthermie nach außen unsichtbar bleibt: Ökologische Verantwortung zu übernehmen, ist dem japanischen Unternehmen, das auf Recycling und CO2-Minimierung setzt, ein zentrales Anliegen.

An die Customer Hall schließt sich ein 2.000 m2 großer Showroom an, in der das Maschinen-Portfolio des Unternehmens live präsentiert wird. Die im Sockelbereich offen gehaltene Architektur ist mit verdeckten Bodenschächten ausgebaut, die der Zuführung von Strom, Gas, Wasser und Druckluft dienen. Ein eigens für die Halle entwickeltes, in Decken und Wand eingelassenes Klimatisierungssystem sorgt dafür, dass die Warmluft der Maschinen während des Betriebs abgekühlt wird. Ohne laufende Präsentationen zu stören, können zudem in einer Vorbereitungshalle Maschinen montiert und über einen Brückenkran in die Haupthalle transportiert werden.

Um die Wege so kurz wie möglich zu halten, wurde neben der benachbarten Amada School auch der Verwaltungsbereich des Unternehmens in den Komplex des Solution Centers integriert. Im 3. Obergeschoss befindet sich der exklusive Essbereich mit einer weitläufigen Dachterrasse. Kunden wie Mitarbeiter blicken über den grünen Campus in die rheinische Tiefebene hinein. Mit etwas Glück erspäht man an klaren Tagen von hier aus sogar die Doppelspitzen des Kölner Doms – fast so schön wie der Mount Fuji.

www.takenaka.eu
Architekten Takenaka Europe www.takenaka.eu Fotografie Holger Knauf www.holgerknauf.de mehr

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Fotografie

Holger Knauf
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