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Rücksichtsvoller Dialog

Das Stationsgebäude Haus 12 schafft die perfekte Balance zwischen alt und neu, Innen- und Freiräumen

Die LVR-Klinik im Viersener Ortsteil Süchteln wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts begründet. Im... mehr

Die LVR-Klinik im Viersener Ortsteil Süchteln wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts begründet. Im Zuge von weitreichenden Reformen des Psychiatriewesens entstand ein großzügiges parkähnliches Anwesen, auf dem anstaltsähnliche Bauten vermieden wurden. Die weiträumig verteilten Backsteingebäude in vereinfachten Neorenaissance-Formen prägen bis heute das Bild, sind im Laufe der Zeit aber auch durch weitere Bauten ergänzt worden. Ein früheres Bettenhaus aus den 1970er-Jahren sollte durch ein neues Stationsgebäude ersetzt werden, wobei der denkmalgeschützte Bestand von „Haus 12“ in den Komplex eingebunden werden sollte.

Das Büro a|sh sander.hofrichter architekten aus Ludwigshafen entwickelte einen Entwurf, der den Bestand in seiner gestaltprägenden Bedeutung würdigt. Das denkmalgeschützte, in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege kernsanierte Haus 12 beherbergt die Büros der Verwaltung, eine öffentliche Cafeteria und einen Raum der Stille. Es stellt zugleich den Haupteingang zu den sieben Stationen mit Therapieeinrichtung her, wodurch zugleich die städtebauliche Präsenz des historischen Gebäudes bewahrt wird. Durch die barrierefreie Ausführung ist es für alle Nutzergruppen leicht auffindbar, zugänglich und nutzbar. Der in Passivbauweise errichtete Neubau fügt sich dazu zurückhaltend in die vorhandenen Strukturen ein und gliedert sich in zwei Teile auf: Über einen eingeschossigen Verbindungsbaukörper mit niederschwelliger Eingangshalle und Aufnahme erfolgt die Anbindung an das Haus 12 und der Durchgang zum Stationsgebäude. Durch die Transparenz der Verglasungen ergeben sich schon beim Betreten Blickbeziehungen für eine einfache und schnelle Orientierung. Das viergeschossige Stationsgebäude, das parallel zum Bestand orientiert wurde, bildet das neue starke Rückgrat des Komplexes aus. Die Stationsbereiche sind L-förmig organisiert und bilden dadurch mehrere grüne Innenhöfe aus. Um auf stetig wechselnde Nutzungsanforderungen flexibel reagieren zu können, sind sie einheitlich aufgebaut. Im zwischenstationären Verbindungsbereich sind jeweils Arztdiensträume und zentrale Nutzungen wie etwa ein Therapiebad angeordnet. Im 2. Obergeschoss befindet sich zudem ein Therapiebereich mit Gruppenräumen, Therapieküchen und Räumen für Ergo-, Bewegungs- sowie Musik­therapie. Die Lage in der parkähnlichen Landschaft dient als Gestaltungsansatz sowohl für die Farbigkeit der hinterlüfteten Faserzementfassade mit hellgrünen Blechumrahmungen als auch für die neugestalteten Freiflächen: In enger Abstimmung mit der Bodendenkmalpflege wurde der historische Terrassengarten auf moderne Weise neu interpretiert, was erstmals einen geschützt liegenden Freibereich mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen lässt.

www.a-sh.de


Fotos:

Werner Huthmacher
www.werner-huthmacher.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 03|20)

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