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Refugium der Ein- und Ausbiegungen

Der Skulpturengarten Waldfrieden in Wuppertal lockt auch mit einer einzigartigen Architektur

Refugium der Ein- und Ausbiegungen
Die Villa Waldfrieden – entworfen von Franz Krause für den Wuppertaler Unternehmer Kurt Herberts
Refugium der Ein- und Ausbiegungen
Bewegungsdynamisch geformt – das Treppenhaus
Refugium der Ein- und Ausbiegungen
Inmitten von 14 ha artenreichem Mischwald – Bogomir Eckers „Odolop“, 2012
Refugium der Ein- und Ausbiegungen
Im Dialog mit der Natur – Skulpturengruppe „Points of view“, 2007 von Tony Cragg.
Refugium der Ein- und Ausbiegungen
Blick auf die Villa Waldfrieden vom Park aus mit Henry Moores Skulptur „Large Interior“, 1981/2, © The Henry Moore Foundation
Eine Oase des Dialogs von Skulptur und Natur ist der Skulpturengarten Waldfrieden, den der... mehr

Eine Oase des Dialogs von Skulptur und Natur ist der Skulpturengarten Waldfrieden, den der Künstler Tony Cragg seiner Heimatstadt Wuppertal gestiftet hat – direkt am Hang des Döppersberges zwischen Elberfeld und Barmen. Der frühere Kunstakademie-Direktor erwarb 2006 das 14 ha große Wald- und Parkgrundstück und erlöste es aus seinem langjährigen Dornröschenschlaf, der nicht nur den Baumbestand der Verwahrlosung übereignet hatte. Auch die Villa Waldfrieden – 1947-50 von dem Architekten Franz Krause (1897-1979) für den Lackunternehmer Kurt Herberts auf dem Kellergeschoss eines kriegszerstörten Vorgängerbaus entworfen – wuchs Cragg mit ihrer unkonventionellen organisch-dynamischen Architektursprache so ans Herz, dass er sie sanieren und – keinen handwerklichen Aufwand scheuend – in weiten Zügen wiederherstellen ließ. Anstatt auf symmetrische und orthogonale Ordnungssysteme zu setzen, wollte der Architekt Krause, der in den 1920er-Jahren technischer Bauleiter an der Stuttgarter Weißenhofsiedlung war, mit der Villa seine Ideen zu einer „reziproken Architektur“ zum Ausdruck bringen: Die auf zwei Etagen angeordneten, über 30 wie Zellen geformten Räume bilden die Bewegungsabläufe der Benutzer ab, lenken aber auch das einfallende Tageslicht weich in den Innenraum hinein und suchen den skulpturalen Dialog zur umgebenden Natur und Modellierung des Geländes. Überliefert ist die Anekdote, dass der Architekt jeden Morgen auf der Baustelle die zu bauenden Wände auf den Boden zeichnete und sich anschließend splitternackt in den Garten legte, um beim Sonnenbad das entstehende Artefakt in seiner Gesamtwirkung auf die Umgebung zu prüfen – was nicht passte, wurde wieder eingerissen.

Zum Tag der Architektur am 23./24. Juni besteht die Möglichkeit, die Villa Waldfrieden, die heute die Verwaltungs- und Veranstaltungsräume der Tony Cragg Foundation beheimatet, von innen mit Führung zu besichtigen – eine Voranmeldung unter mail@skulpturenpark-waldfrieden.de oder Tel. 0202-47898120 ist ratsam.

www.skulpturenpark-waldfrieden.de