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Parkhausarchitektur

Düsseldorf – ein Meer an unästhetischen Abstellkammern

Hat eine Stadt mehr als zehn Millionen Einwohner, gilt sie als Megastadt. Vor knapp 70 Jahren... mehr
Hat eine Stadt mehr als zehn Millionen Einwohner, gilt sie als Megastadt. Vor knapp 70 Jahren traf diese Definition gerade einmal auf Tokio und London zu. Mittlerweile sind wir bei 31 Megastädten weltweit angelangt, die meisten allerdings in Asien. Deutsche Städte sind davon weit entfernt, doch kämpfen sie mit ähnlichen Herausforderungen, insbesondere der starken Zunahme des Verkehrs durch einen multiplen Anstieg der Autos auf den Straßen und gerade dort, wo Parkplätze in Düsseldorf Mangelware sind: Am Flughafen, Landtag, Familienministe-rium und Polizeipräsidium oder nahe der beliebten Shoppingmeile Kö. Wohl dem, der sich einen Parkplatz in einer der technisch hochwertig ausgestatteten (Anwohner-) Quartiersgaragen gesichert hat, die in Teilen auch an Kurzparker vermietet werden. Sonst ist die Parksituation eine schwierige Angelegenheit. Die Diskrepanz zwischen dem Bedarf an öffentlichen Parkplätzen und den zur Verfügung gestellten Parkflächen klafft weit auseinander. Der Verkehr, der durch die Suche nach einem freien Parkplatz in der Innenstadt verursacht wird, hat einen Anteil von 12 Prozent am gesamten Verkehrsaufkommen, so hat es die Stadt berechnet. Möchte man den architektonischen Anspruch der bestehenden Parkgebäude mit ins Kalkül ziehen, wird es nicht besser. Das Stadtbild wird von lieblos gestalteter Parkhausarchitektur deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Seelenlose Gebäude, dunkle und ungepflegte Schmuddelecken sowie ein unübersichtliches Leitsystem. So lautet das Urteil in dem 2011 vom ADAC erstellten Gutachten deutschlandweiter Parkhäuser. Testverlierer ist das Parkhaus Kreuzstraße. Die Einfahrtshöhe des 1960er-Jahre-Baus sei viel zu niedrig, die Parkplatzbreite zu schmal und die Bausubstanz marode. Insgesamt ungepflegt und schmutzig sowie alles andere als behindertengerecht. Dabei hat die Stadt mit der 1952 erbauten Haniel-Garage geradezu die innovative Parkhausarchitektur erfunden. Das gläserne Bauwerk im Stadtteil Flingern war seiner Zeit weit voraus – ein elegantes Gebäude nach US-amerikanischem Vorbild mit angeschlossenem Motel. Anders als heute üblich, war es damals nicht das Ziel, die Parkplatzsituation in der Stadt zu verbessern. Vielmehr wollte der Architekt das Auto als Statussymbol präsentieren. 500 Parkplätze fasste schließlich die erste deutsche Hochgarage, verteilt über vier Etagen. Aus heutiger Sicht ist die Haniel-Garage der erste moderne Parkgebäude-Industriebau nach dem zweiten Weltkrieg. Aktuell dient das denkmalgeschützte Haus als Repräsentanz eines Autohauses. Einige Planer beleben diesen Gedanken wieder, dass es bei Parkgaragen und Parksystemen sowohl funktionale als auch ästhetische Ansprüche zu erfüllen gilt wie etwa der Entwurf von Zaha Hadid Architekten, der aktuell in Florida entsteht. Die Intension lag darin, ein Gebäude zu erschaffen, das den Betrachtern Freude bereitet und nicht deprimiert.
Zahlen & Fakten - PKW insgesamt: 299.756 (Stand 31.12.2016) + ca. 210.000 Pendler -... mehr

Zahlen & Fakten

- PKW insgesamt: 299.756 (Stand 31.12.2016) + ca. 210.000 Pendler
- Einwohner: 635.704 (Stand 31.12.2015)
- Parkhäuser mit Anbindung an das Verkehrsleitsystem: 38 mit ca. 13.500 Stellplätzen
- In 17 Stadtteilen befinden sich (Anwohner-) Quartiersgaragen mit bes. Vereinbarung der Stadt Düsseldorf mit ca. 4.985 Stellplätze
- Anwohnerparkzonen: 31
- Parkleitsystem seit 1992