Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Innenhof

Das Gemeindezentrum der Oster-Kirchengemeinde, Düsseldorf

Der allgemeine Schwund an Mitgliedern in den Kirchengemeinden Deutschlands macht neue Konzepte... mehr
Der allgemeine Schwund an Mitgliedern in den Kirchengemeinden Deutschlands macht neue Konzepte notwendig, so auch bei der ehemaligen Melanchthon-Gemeinde, jetzt Oster-Kirchengemeinde in Düsseldorf Grafenberg. Das ehemalige Gemeindezentrum aus den 70er Jahren mit Kirche und Kindergarten war deutlich zu groß, sanierungsbedürftig und die laufenden Unterhaltskosten nicht mehr zu decken.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurde vom Düsseldorfer Büro Schuster Architekten ein Konzept erarbeitet, welches den Erhalt der identitätsstiftenden Kirche und zugleich den Abriss von Gemeindezentrum und Kindergarten vorsah. So konnten die zu unterhaltenden Flächen auf ein Drittel reduziert und ein Haus mit hohem ökologischen Standard errichtet werden. Die Vermarktung des freiwerdenden Grundstücks deckte hierbei einen Großteil der Kosten für die Neubaumaßnahme.

Im Vordergrund des Konzeptes stand es die Kirche mit ihrem Glockenturm als prägendes Kernstück der Gemeinde zu erhalten und wenn möglich seine Strahlkraft zugleich zu stärken. Hierbei wurde nach einer Architektursprache gesucht, die nicht in Konkurrenz zum Gebauten steht, ohne jedoch auf eine eigenständige Identität zu verzichten. Es entstand ein einfacher, zweigeschossiger Riegel, welcher Kindergarten und Gemeinderäume aufnimmt. Umschlossen wird dieser Körper konsequent von einer fein strukturierten Fassade aus sibirischer Lärche. Die gewählte Gestaltsprache der Fassade, mit ihren scheinbar frei eingestreuten Öffnungen, soll die gemeinsame Identität der unterschiedlichen Nutzungen widerspiegeln und zugleich die positive Grundstimmung der Gemeinde zeigen. Die unterschiedlichen Maßstäbe der Öffnungen reagieren in besonderer Weise auf die Nutzer. So haben Kinder wie auch Erwachsene vielfältige Aussicht in das direkte Umfeld, Blickkontakte zwischen den Gemeindemitgliedern ergeben sich beiläufig. Es entsteht eine sehr offene, kommunikative Atmosphäre, die das Gemeindeleben stärkt. Das gewählte Fassadenspiel entwickelt zugleich im Innern, gleichermaßen für die Räume von Gemeinde als auch Kindergarten, einen besonderen Charakter. Hier spielt die Klarheit der Gebäudefiguration gegen die Verspieltheit von Maßstab und Setzung der Öffnungen. Als besondere Geste ist die Öffnung der zwei Gruppenräume des Kindergartens zum geschützten Garten hin ausformuliert. Hier wird die Holzfassade
„aufgeschnitten“, sodass die zweigeschossigen Räume mit einem Höchstmaß an Transparenz freigelegt werden. Der Übergang von Innen nach Außen erfolgt fließend. Unterstützt wird diese Gestaltidee durch eine konsequente, prägende Farbigkeit von Terrasse, Fußboden, Wandfläche und Untersicht. Zugleich gibt die großzügige Verglasung den Blick auf die Kirche frei, sodass die Wurzeln der gemeinsamen Identität immer präsent sind.

Beide den Ort nun bestimmende Baukörper, mit ihren unterschiedlichen Identitäten, werden über einen gläsernen Adapter, der den neuen, zentralen Hauptzugang zur Gemeinde definiert, zusammengeführt. Es entsteht ein prägendes Gesamtgefüge mit zeitgemäßem Erscheinungsbild, welches zeigt, dass die Gemeinde selbstbewusst und offensiv auf die Notwendigkeiten des strukturellen Wandels regiert und ein Zeichen für ihre Zukunft gesetzt hat.

www.schusterarchitekten.de
Architekten Schuster Architekten www.schusterarchitekten.de Fotos Jens Kirchner... mehr

Architekten

Schuster Architekten
www.schusterarchitekten.de

Fotos

Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com