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Innen und außen neu verknüpft

Ein großzügiger Bungalow in Lörick wurde modernisiert und erweitert

Als die Düsseldorfer Architektin Simone Chrystall von dem geplanten Verkauf erfuhr, musste sie... mehr

Als die Düsseldorfer Architektin Simone Chrystall von dem geplanten Verkauf erfuhr, musste sie nicht lange überlegen: Der Bungalow, 1974 von dem in Düsseldorf nicht unbekannten Architekten Dierk Bellwinkel entworfen, lag nicht nur in der unmittelbaren Nachbarschaft des eigenen Wohnhauses im Stadtteil Lörick – ebenfalls einem Bungalow aus den 1970er-Jahren, den die Bauingenieurin schon vor Jahren in die heutige Zeit geholt hatte. Es bot auch die einmalige Chance, ein zusammenhängendes Projekt für die ganze große Familie zu entwickeln – mit ausreichend viel Platz für Wohnen und Arbeiten unter einem Dach und der Aussicht umgeben von viel Natur, aber nicht weit vom Puls der Stadt zu sein.

Von der großzügigen Wohnfläche von über 600 m², verteilt auf ein 350 m² großes Erdgeschoss und ein reduziertes Obergeschoss, die sich um drei Atrien legt und durch weitere Terrassen ergänzt wird, ließe sich heute nur träumen. Sie wäre mit allen Anforderungen und Standards, die an das Bauen gestellt werden, schlichtweg nicht mehr realisierbar. Der Grundriss ermöglicht nahezu von jedem Raum aus einen direkten Zugang in den Außenraum, jedoch war er nicht mehr wirklich zeitgemäß: Sehr introvertiert konzipiert, erhielten die innenliegenden Räume nur wenig Sonnenlicht. Der Wohnbereich erschien zudem im Verhältnis zur Gesamtwohnfläche eher zu klein und ohne direkten Ausblick in den Garten. Aber auch die Raumhöhen waren bauzeittypisch eher niedrig ausgebildet. Neu interpretiert werden mussten auch die rauen Sichtbetonflächen innen und außen, die dem Gebäude zwar einerseits seinen typisch brutalistischen Charakter verleihen, andererseits optisch gelitten hatten und nur wenig kompatibel mit Wohnräumen zum Wohlfühlen erschienen. Erhalten werden sollte dagegen auf jeden Fall die ortstypische rote Klinkerfassade, die großzügigen, teilweise über Eck ausgeführten Glasfassaden und die plastische Formensprache – besonders markant interpretiert etwa in dem gartenseitigen Belvedere aus Sichtbeton, der den Blick in die dahinterliegende Wiesenlandschaft freigibt. Allein angesichts der umfangreichen Wohnfläche und einem begrenzten Gesamtbudget mussten die Eingriffe in die Struktur gezielt erfolgen. Ein wesentlicher Eingriff war der baulogistisch anspruchsvolle Rückbau der ehemaligen Schwimmhalle: Das erhaltene Schwimmbecken wurde dabei bauökonomisch mit Lüftungsöffnungen versehen, mit einer Stahlbetondecke versiegelt und mit einer breiten raumhohen Schiebefensterfront versehen. Das dadurch vergrößerte Wohnzimmer bietet so einen direkten Ausblick in den Garten und die Landschaft. Um Wärmedämmung, Schall- und Einbruchschutz zu optimieren, erhielten alle Fenster eine zeitgemäße Doppelverglasung. Die bereits vorher in einem Anthrazitton gehaltenen Profile bekamen einen Neuanstrich, der auch für die Fassung der äußeren Sichtbetonflächen die Grundlage bildete. Leitidee der Innenarchitektur war es, die Naturnähe und die fließenden Übergänge von innen und außen besonders zu betonen. Entsprechend wurden primär natürliche Materialien eingesetzt: Zu den verputzten, leicht hellgrau gefassten Wänden setzen Wandbereiche, die mit Eiche-Echtholzlamellen bekleidet sind, einen warmen Kontrast. Highlight ist eine 2,4 m breite, zweiflügelige Pivottür ebenfalls aus Echtholzlamellen, welche die Funktionsbereiche Wohnen und Arbeiten optisch und schalltechnisch trennt. Der auf der ganzen Hauptebene verbaute, geschliffene Sichtestrich erinnert optisch an Naturstein. Auch aus Kostengründen war er die erste Wahl: Nach der Beseitigung des früheren Estrichs und der erstmaligen Installation einer Fußbodenheizung ließ er sich mit einem vergleichsweise niedrigen Bodenaufbau realisieren, was am Ende auch der Deckenhöhe zugutekam. In den Bädern wurden in den Nassbereichen weißer oder auch schwarzer Marmor verlegt und warme erdige Farbtöne eingesetzt. So konnte zwischen den ineinandergreifenden Innen- und Außenräumen ein neuer Dialog entstehen.

www.chrystall.com

Fotos:

Tom Jasny
www.tomjasny.com
Ulrich Hetzert | Engel & Völkers

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|22)

Architekten: Chrystall www.chrystall.com Schreinerei: Hencke & Meier... mehr
Architekten:

Chrystall
www.chrystall.com

Schreinerei:

Hencke & Meier
www.henckeundmeier.de

Innenausbau:

Sergio Marino
www.kreative-wandgestaltung.eu

Außenanlagen:

Holger Ringel
www.ringel-gaerten.de

Wandfarben:

Farrow & Ball
www.farrow-ball.com

Sanitärkeramik:

Kartell by Laufen
www.de.laufen.com
Flaminia
www.ceramicaflaminia.de
Gessi
www.gessi.com
Riho
www.riho.com

Armaturen:

Gessi
www.gessi.com

Küche:

Next 125
www.next125.com

Sauna-Ofen:

Klafs
www.klafs.de