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Passgenau eingefügt

Die neue Probebühne des Deutschen Theaters steht in respektvoller Beziehung zu seiner Umgebung

Das Deutsche Theater in Berlin hat sein neues Probebühnenzentrum in Betrieb genommen. Den... mehr

Das Deutsche Theater in Berlin hat sein neues Probebühnenzentrum in Betrieb genommen. Den internationalen Wettbewerb für den Neubau haben die Architekten von Gerkan, Marg und Partner 2010 gewonnen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 3. Dezember 2013.

Das 1883 gegründete Deutsche Theater liegt in der historischen Friedrich-Wilhelm-Stadt in Mitte. Es grenzt mit seinem rückwärtigen Hof an das 1790 von Carl Gotthard Langhans erbaute Tieranatomische Theater und seinen Erweiterungsbauten. Bei dem Ensemble handelt es sich um Berlins ältestes erhaltenes Lehrgebäude und ein Meisterwerk des Frühklassizismus. Mit seiner reduzierten Formensprache fügt sich das Probebühnenzentrum wie ein Passepartout präzise in das denkmalgeschützte Ensemble ein. Dabei vermittelt das Volumen mit seiner gestaffelten Gebäudetiefe auf dem keilförmigen Grundstück zwischen den Strukturen des Langhans-Baus und dem Deutschem Theater. Die helle Putzfassade ist ebenfalls ein Bezug zur Umgebung. Die geschlossenen Putzflächen stehen im Wechsel zu vertikalen Fenstergewändern. Das Bild wird vervollständigt durch die hinterlüftete Sockelfassade aus anthrazitfarbenen, feingewaschenen Betonelementen. Die Ausschreibung verlangte ein möglichst sparsames Energiekonzept. Deshalb statteten die Architekten das Gebäude neben seiner hochwärmegedämmten Hülle zusätzlich mit einer Betonaktivierung aus, die eine Grundwärme beziehungsweise -kälte im Inneren hält. Der aus Fernwärme gewonnene Primärenergiebedarf wird auf diese Weise deutlich gesenkt.

In dem Neubau sind übereinander gestapelt drei Probebühnen untergebracht, die in den Grundflächen eins zu eins den Bühnen im Haupthaus entsprechen. Das ermöglicht es, Bühnenbilder in realer Größe zu bauen und dort unter Bedingungen wie im Haupthaus zu proben. Verschiedene Werkstätten, Lager sowie der zentrale Lastenaufzug sind direkt vom Hof aus zugänglich und verbessern die Logistik zwischen Probe und Vorstellung. Die technischen Anlagen in den Sälen sind so konzipiert, dass sie von den künstlerischen Teams selbst bedient werden können. Auch dadurch lässt sich eine möglichst authentische Bühnensituation realisieren. Hölzerne Böden und helle MDF-Wandelemente im Kontrast zu den in Schwarz gehaltenen Decken spiegeln den Werkstattcharakter der Probebühnen wider.

www.gmp-architekten.de

Fotos:

Christian Gahl
www.christiangahl.com