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Norderoog und Süderoog

Klug durchdachte experimentelle Wohnungen für Studierende

Doppeldeutig und dreimal um die Ecke gedacht, erschließt sich die Namensgebung der beiden... mehr

Doppeldeutig und dreimal um die Ecke gedacht, erschließt sich die Namensgebung der beiden Studierendenwohnheime im Wedding. In der Amrumer Straße liegen die beiden Häuser „Norderoog und Süderoog“ jeweils an einer Straßenecke und schließen den Blockrand – Norderoog an der See-/Amrumer Straße und Süderoog an der Ecke Amrumer/Ostender Straße. Die nordfriesische Insel Amrum, nach der die Straße benannt ist, hat zwei ihr vorgelagerte Halligen, die von der Unesco als Biosphärenreservate anerkannt sind: Norderoog und Süderoog. Und so gelangten die Namen nach Berlin und stehen nun quasi als Biotope für Studis.

Die Wohnbereiche bestehen aus jeweils vier zu einem 250 m² großen Wohncluster zusammengefassten Doppelapartments mit jeweils zwei Zimmern, die um einen Versorgungskern mit Bad und Miniküche herum angeordnet sind und zu denen ein Gemeinschaftsraum mit Küche gehört. Dabei liegen die Gemeinschaftsräume an der Außenseite zur vielbefahrenen Straße hin und die Wohnbereiche orientieren sich zu einem lärmgeschützten Innenhof. So entwickelt sich jede Etage von außen nach innen. Verstärkt wird die Anordnung der straßenseitigen Räume durch transluzente Fassaden, die das gemeinschaftliche Leben von außen her sichtbar machen. „Experimenteller Wohnungsbau“ für Studierende nennt sich diese klug durchdachte Wohnform, entworfen und realisiert von der Arge carpaneto.schöningh architekten und Lemme Locke Lührs Architektinnen. Experimentell auch deshalb, da der Auftrag des Bauherrn, der kommunalen Gewobag, lautete, auch eine Umnutzung für andere Wohnformen mit zu planen. So eignen sich diese Wohncluster beispielsweise auch für Senioren oder für Familien, wenn man zwei Doppelapartments zu einer Wohnung zusammenfasst. Die Räume können sich den jeweiligen Bedürfnissen anpassen und mitwachsen. Die durchscheinenden Fassaden der Zwillingsbauten umhüllen die weniger lärmempfindlichen Gemeinschaftsräume und die Wohnräume sind lärmgeschützt nach innen orientiert. Ein jeder Bewohner hat durch dieses Konzept seine geschützte Privatsphäre und kann sich jederzeit der Gemeinschaft anschließen. Ein zusätzliches Raumangebot bieten die Erdgeschosse mit multifunktionalen Räumen für Gewerbe, ein gemeinsames Foyer für beide Häuser in Süderoog, ein Waschcafé, ein Fitnessraum und eine Learning Lounge in Norderoog. Insgesamt beherbergen beide Häuser 25 Wohncluster mit 88 Apartments für 195 Bewohner. Auch die Miete von 350 Euro monatlich ist den knappen studentischen Budgets angepasst. Hier werden so zahlreiche Besonderheiten gebündelt, dass die Häuser es sowohl zu einer Nominierung für den DAM Preis 2020 als auch auf die Shortlist des Deutschen Bauherrenpreises brachten.

www.carpanetoschoeningh.de
www.lemmelockeluehrs.de

Fotos:

Jan Bitter
janbitter.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|21)

Architekten: Lemme Locke Lührs Architektinnen www.lemmelockeluehrs.de carpaneto.schöningh... mehr

Architekten:

Lemme Locke Lührs
Architektinnen
www.lemmelockeluehrs.de
carpaneto.schöningh architekten
www.carpanetoschoeningh.de

Landschaftsplanung:

G + P Landschaftsarchitekten
www.gp-landschaft.net

Fassade:

Schrobsdorff Bau
www.schrobsdorff.ag

Fenster:

Wacotech
www.wacotech.de

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