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Neues Berlin an alter Stelle

Der BDA Preis 2015 prämiert Bauten, die eine starke Beziehung zu ihrer Umgebung ausbilden

Die Gewinner des BDA-Preises Berlin 2015 wurden aus insgesamt 56 eingereichten Arbeiten... mehr
Die Gewinner des BDA-Preises Berlin 2015 wurden aus insgesamt 56 eingereichten Arbeiten ermittelt. Jurymitglied Professor Jörg Gleiter hob in seiner Begründung hervor, dass alle ausgezeichneten Projekte einen starken Ortscharakter ausbilden und zur „Identifizierung der Benutzer mit dem jeweiligen städtischen Umfeld beitragen“. Insgesamt sind die Projekte in diesem Jahr vom Bauvolumen weniger groß, dafür aber alle stark von inhaltlichen Fragestellungen geprägt.

Ausgezeichnet als Preisträger hat die BDA Jury die Sanierung des Amerikahauses in Charlottenburg. Nutzer des Gebäudes ist die C/O Foundation, die hier eine neue Heimat für ihre Fotoausstellungen gefunden hat. Das Büro Kahlfeld Architekten zeigt mit dem Projekt einen intelligenten Umgang mit der Architektur der Moderne und leistet damit einen überzeugenden Beitrag zur Neugestaltung der City West. Der Preisträger „Am Lokdepot“ von RobertNeun Architekten ist ein wegweisendes Projekt für den Berliner Wohnungsbau. Auch hier gibt es einen starken Bezug zur Umgebung, der einstigen Industrie-Brache am südlichen Ende des Gleisdreieckparks.

Die drei bis jetzt realisierten Bauten nehmen mit der roten Farbe Bezug auf die Ziegel der alten Lokdepothallen auf dem Gelände. Der raue Look der Architektur ist ebenfalls eine Referenz an die vorgefundenen Industrieruinen und die nahegelegene Monumentenbrücke.

Das Projekt Soteria im St. Hedwig Krankenhaus in Mitte entstand als interdisziplinäre Gemeinschaftsarbeit des Architekten Jason Danziger vom Büro thinkbuild und des Psychiaters Dr. Martin Voss. Die Soteria richtet sich an junge Menschen, die zum ersten Mal an Schizophrenie erkrankt sind. Die Räume sollen die Therapie unterstützen. Das Projekt zeigt, wie wichtig die die Gestaltung von Räumen für das seelische Gleichgewicht der Menschen ist.

Als vierten Preisträger hat die Jury das Projekt „Joachimstraße“ von David Chipperfield Architects ausgezeichnet. Die vier neugestalteten Bauten strukturieren das Grundstück vollständig um. Alle Fassaden der Chipperfield Bauten sind als Sichtbeton ausgeführt. Die schlichten, monolithischen Betonkuben fügen sich unaufgeregt in die ansonsten sehr heterogene Umgebung ein.

Die BDA Jury hat vier weitere Projekte mit Auszeichnungen versehen. Die FU Holzlaube ist ein Erweiterungsbau des vom Architekten Georges Candilis gestalteten Dahlemer Campuses. Beim CH39 Monohaus verwendeten zanderrotharchitekten einen neuartigen Dämmbeton und zeigen damit neue Wege auf im Umgang mit der Energiesparverordnung. Das Wohnhaus an der alten Stadtmauer des Ateliers Zafari realisiert unter äußert komplizierten Grundstücksbedingungen einen konsequent modernen Bau mit einer fasziniernden Vielfalt unterscheidlicher Ebenen. Raumstar Architekten haben für den Gemeinschaftsgarten „Himmelbett“ im Wedding ein Multifunktionsgebäude aus Stampflehm und Europaletten gebaut. Das Projekt ist auch Träger des BDA Publikumspreises.

Der BDA Preis zeigt, wie die Architekten die Stadtentwicklung weiter vorantreiben. Projekte wie das Amerikahaus, Himmelbeet oder die Chipperfield-Kantine sind derzeit in Berlin echte Publikumsmagnete. Das zeigt, dass die Akzeptanz in der Stadt für zeitgenössische Architektur derzeit besonders groß ist.

www.bda-berlin.de