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Neue Offenheit

In der Europacity ist in einem markanten Neubau eine innovative Arbeitsumgebung entstanden

Der neu gebaute Unternehmenssitz des Stromnetzbetreibers 50Hertz befindet sich in der Europacity... mehr

Der neu gebaute Unternehmenssitz des Stromnetzbetreibers 50Hertz befindet sich in der Europacity am Hauptbahnhof. Das Gebäude mit markantem außenliegendem Tragwerk bietet auf 13 Etagen und 24.000 m² Bruttogeschossfläche bis zu 650 Mitarbeitern Platz. Verantwortlich für die Innenachitektur war das Büro Kinzo aus Berlin. Die Architekten hatten die Aufgabe, mit ihrem Konzept die räumlichen Bedingungen für den Wandel des Unternehmens zu schaffen. Modern geführte Unternehmen haben sich weitgehend vom Abteilungsdenken verabschiedet. Stattdessen arbeitet man projektgesteuert in wechselnden Teams. Die veränderte Arbeitswelt erfordert neue räumliche Strukturen. Das Zellenbüro verschwindet und an dessen Stelle tritt der „Open Space“.

Das neue 50Hertz-Gebäude hat eine außergewöhnlich große Tiefe. Deshalb organisieren die Planer die komplett offene Bürolandschaft um eine großzügige, flexibel nutzbare Mittelzone herum. Dort können Mitarbeiter sich eine Pause gönnen oder zum informellen Meeting treffen. Die loungeartige Möblierung und die kräftige Farbgebung verleiht dem Bereich einen wohnlichen Charakter. Das dort verwendete kabelartige Leuchtensystem ist eine Eigenentwicklung der Architekten. Das Leitthema der Stromübertragung bringen sie so auch optisch auf den Punkt. Von den Gemeinschaftsflächen klar unterschieden sind die Arbeitsbereiche, die in Grau und Weiß gehalten sind. In einer offenen Bürolandschaft taucht zwangsläufig das Thema Akustik auf. Die Architekten entwickeln auch hier eigene Lösungen. Die Schreibtische erhalten eine schallabsorbierende „Schürze“. Den Kastenmöbel wird ein „Hütchen“ aus Akustikmaterial aufgesetzt. Diese absorbieren nicht nur den Schall. Sie zonieren ebenso die Arbeitsbereiche und können als Pinnwand genutzt werden. Jede der 13 Etagen hat großzügige, möblierte Außenflächen. So können alle Mitarbeiter auch während der Arbeit nach draußen an die frische Luft.

Die Architekten hatten zusätzlich die Aufgabe, sämtliche Sonderflächen zu gestalten. Dazu gehörte die Kantine, die mehr an ein Restaurant erinnert als an einen traditionellen Betriebsspeisesaal. Die Mitarbeiter sitzen nicht mehr in Reih und Glied, sondern können zwischen verschiedenen Zonen wählen. Es gibt Hochtische, gemütliche Separees, ebenso lange Dinnertafeln. In der Kantine leisten sich die Architekten viel Farbe, ebenso Dekoration in Form von Pflanzen oder attraktiven Leuchtenarrangements. Der eigentliche Höhepunkt und das Herz des Unternehmens befindet sich ganz unten im Gebäude. Die hermetisch abgeriegelte bunkerartige Ersatzleitzentrale gestalten die Architekten als futuristische Kommandobrücke. Das Panoramafenster aus Panzerglas gibt den Blick frei auf die dort stattfindende Arbeit. Bei Stromausfall wird von hier aus die komplette Notstromversorgung der Region gesteuert.

www.kinzo-berlin.de

Innenachitekten: Kinzo www.kinzo-berlin.de Fotos: Werner Huthmacher mehr

Innenachitekten:

Kinzo
www.kinzo-berlin.de

Fotos:

Werner Huthmacher