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Frei von Stereotypen

Klassischer Kreuzberger Altbau erhält ein modernes, klar strukturiertes Ambiente

Die vom Architekten Fabian von Ferrari neu gestaltete Altbauwohnung befindet sich in einem... mehr

Die vom Architekten Fabian von Ferrari neu gestaltete Altbauwohnung befindet sich in einem Erhaltungsgebiet in Kreuzberg. Die Möglichkeiten, in die Grundsubstanz der 88 m² großen Wohnung einzugreifen, waren deshalb sehr begrenzt. Glücklicherweise gab es keine große Notwendigkeit zu baulichen Veränderungen. Das Apartment hatte eine klare, gut funktionierende Grundstruktur mit zwei großen repräsentativen Räumen zur Straße, einem Flur sowie privaten Räumen zum Hof.

Typisch für den Berliner Altbau war die für heutige Maßstäbe zu kleine hofseitig gelegene Küche. Der Architekt verlegt diese in eines der beiden größeren Zimmer zur Straße. So rückt ein großzügiger Wohn-Essbereich ins Zentrum der Wohnung. Durch die bereits vorhandene Flügeltür ist dieser direkt mit dem Wohnzimmer verbunden. In der alten Küche ist nun Platz für ein Gäste- und Arbeitszimmer. Mit dem Versatz der Badezimmerwand erfolgt die einzig wirkliche bauliche Veränderung. Die Maßnahme schafft im Flur Platz für einen Garderobenschrank. Die durchdachte Planung von Einbauelementen organisiert die Wohnung ebenfalls neu. Für das Wohnzimmer entwirft der Architekt ein modulares Regalsystem, das die komplette Wand füllt. Das zunächst nur für dieses Projekt entwickelte Systemmöbel, vermarktet das Architekturbüro nun als eigenständiges Produkt. Auch in der Küche finden sich maßgefertigte Hochschränke aus schwarz lackiertem MDF. In Kontrast dazu steht die Kücheninsel in ausdrucksstarkem Kernholzfurnier der Esche. Die Atmosphäre der Wohnung wirkt insgesamt ruhig und maskulin, verzichtet auf eine allzu üppige Dekoration. Es gibt Elemente einer bürgerlichen Gediegenheit, wie zum Beispiel die Bank in der Küche oder die italienischen 70er-Jahre-Lampen im Flur. Die lässige Assemblage von Vintagemöbeln, die man in Berliner Stuckaltbauten schon so häufig gesehen hat, wird hier nicht zitiert. Die ursprünglich aufgeklebten Stuckleisten aus Styropor wurden nicht erneuert. Die Räume erhalten so eine abstrakte klare Anmutung und wirken modern.

Der Altbau in Berlin hat schon viele Moden durchleben müssen. Der Architekt sucht deshalb nach einer zeitgemäßen Lösung jenseits aller Stereotypen. Seine Gestaltung hält keine nostalgische Rückschau, bedient ebenso nicht die Wohnklischees der Wohnzeitschriften mit ihren immer gleichen Designklassikern. Die Maßnahmen realisieren auf der Grundlage der vorhandenen Substanz zeitgemäße Wohnbedürfnisse und positionieren so den Altbau neu in der Gegenwart. Das Ergebnis zeigt auch, wie zeitlos dieser Wohntyp ist.

www.fabianvonferrari.com/de

Innenarchitekten: Fabian von Ferrari www.fabianvonferrari.com /de Einbaumöbel und Küche:... mehr

Innenarchitekten:

Fabian von Ferrari
www.fabianvonferrari.com/de

Einbaumöbel und Küche:

Holzmanufaktur Richter
www.holzmanufaktur-richter.de

Maler:

Malereiwerkstätten Oertel
www.malereiwerkstaetten-oertel.de

Fotos:

Simon M. Beckmann