Hidden Champion

Hermann August Weizenegger gehört seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Designern aus Berlin

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Hermann August Weizenegger gehört nicht zu den Designern mit Dauerpräsenz auf den Messen in Mailand, Köln oder Stockholm. Trotzdem hat der 1963 im Allgäu geborene Gestalter ein umfangreiches Werk geschaffen, welches alle Klischees vom deutschen Design in der Nachfolge des Bauhauses und Dieter Rams unterläuft. Schon in den frühen 1990er-Jahren entwarf er zusammen mit seinem damaligen Partner Oliver Vogt mit dem „Sinterchair“ eine Ikone. Heute ist der Entwurf Bestandteil der Vitra-Miniaturensammlung. Weizenegger war von Anfang nicht nur alleine am Produktdesign interessiert. Er ist seit 2004 auch in der Lehre tätig als Professor für Industriedesign an der Fachhochschule Potsdam. In dieser Zeit hat er auch das damals für Berlin wichtige Ausstellungformat „Designmai“ mitgegründet und inhaltlich geprägt. Mit seinem 2009 gegründeten Büro „Atelier HAW“ realisierte der Designer zahlreiche Ausstellungen für Galerien und Museen, darunter 2010 die Installationen „Felsenland“ für den Technoclub Berghain. Seit einiger Zeit ist Weizen­egger als Produktdesigner wieder sehr präsent am Markt. Für die Firma Porcelaingres entstand eine umfangreiche Badmöbel- und Wandfliesen-Kollektion. 2020 hat das Atelier HAW für den Brandenburger Leuchtenhersteller Mawa Serienprodukte wie „hub“ und „Silo“ gestaltet. Den aktuellen Trend der Neuentdeckung alter Handwerkstechniken hat Weizenegger bereits bedient, bevor Designer wie Sebastian Herkner damit sehr erfolgreich wurden. Folgerichtig ist Weizenegger neben Herkner beim Designlabel Pulpo mit Keramik und Sitzgarnituren vertreten.

Vom 12. Juni bis 11. Oktober würdigt das Berliner Kunstgewerbe Museum das Werk von Herman August Weizenegger mit einer großen Einzelausstellung.

www.hermannaugustweizenegger.de

Fotos:

Bernd Hiepe
Dorothea Tuch
www.dorotheatuch.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|20)

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