Framed – Nomen est Omen

Die Aussicht war der Impuls für ein Haus voller Landschaftsbilder

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„Framed“ – „eingerahmt“ nennen Fabi Architekten aus Regensburg dieses Projekt: ein Einfamilienhaus in Traunstein. Was mag gemeint sein? Ist das Haus gerahmt oder gibt es eine Aussicht von innen nach aussen? Auf den ersten Blick beides. Von der Südseite aus gesehen ist das Obergeschoss des Hauses, das aus zwei Etagen besteht, mit einer Holzlattung eingerahmt. Von innen rahmen die Fenster mit ihren Holzrahmen und ihren breiten Fenstersimsen die Ausblicke in die Natur. Das Credo des Architektrubüros lautet, sehr individuelle Lösungen, die den Bedürfnissen der Nutzer:innen bestmöglich entsprechen zu entwerfen. Dabei wird der menschliche Maßstab und die städtebauliche oder landschaftliche Einbindung in den Blick genommen. Bei „Framed“ handelt es sich um ein Haus für eine vierköpfige Familie, in Hanglage am südlichen Stadtrand von Traunstein. Die Strassen in der Nachbarschaft heissen Kampenwand- oder Chiemseestraße, wir befinden uns also im Chiemgau, in einer herrlichen Voralpenlandschaft. Die Herausforderung war hier, dass sich der Neubau sowohl harmonisch und sensibel in die Landschaft einfügen als auch ressourcenschonend mit dem Gelände agieren sollte – auf dem 854 m² großen Grundstück inmitten einer  Einfamilienhaussiedlung. Das Gebäude wurde aus hochwärmedämmendem Ziegel mit hinterlüfteter Holzfassade errichtet. Sein Volumen wurde materiell gegliedert. Die Holzverkleidung des oberen Volumens passt sich an die typischen holzverkleideten Häuser der Gegend an, während das Erdgeschoss leicht in die Hangseite hinein geschoben ist. Die Außenraumnutzung wird dem Grundstück entsprechend angepasst. Zwei Terrassenebenen werden über eine Außentreppe fließend mit dem Garten verbunden: Eine Holzterrasse, die auf der Ostseite mit einer großzügigen Fläche bei Sonnenschein zum Frühstück im Freien einlädt und ein langgezogener Balkon im Süden. Das Obergeschoss ist Eingangs- und Wohnebene. Man betritt das Haus im Norden von der Straße aus. Es wird als raumhaltiger, luftiger, mit Holzschalung verkleideter Satteldachbaukörper ausgeformt, der über das darunter liegende Gartengeschoss auskragt. Je nach Perspektive nimmt man das eher flach geneigte Dach kaum wahr. Das Haus wendet sich sozusagen der Aussichtskulisse der Kampenwand und den Chiemgauer Alpen zu und holt durch große, gezielt gesetzte Fensteröffnungen die Landschaft direkt ins Haus. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch einen Loggia-Ausschnitt, den bereits erwähnten Balkon, der durch eine auskragende Plattform erweitert ist. Der entstehende schwebende Eindruck dieses Außenraums lässt die Umgebung auf den Betrachter noch unmittelbarer wirken. Das untere Gartengeschoss rückseitig im Hang, nimmt die Individualräume – Schlafen, Ankleide, Kinderbäder und Nebenräume – auf. Die über alle Stockwerke gehende, hangseitig liegende einläufige Treppe erhält über einen Luftraum bis nach unten Tageslicht. Die Stufen aus Beton werden von einem Metallgeländer begleitet. Die zurückspringende Erdgeschossebene ist in der Fassade dunkelgrau abgesetzt und bildet für die Gartenterrasse einen ruhigen, behaglichen Hintergrund sowie überdachten Freiraum. Zudem wirkt sie wie ein Sockel, auf dem das obere Geschoss thront. Einst sprach man vom Wetter, heute vom Klima. Fabi Architekten bauten bereits 2009 das „Haus der Zukunft“. Hier entwickelten sie alle Kriterien für das klimaschonende Bauen, das heutzutage das Hauptthema in der Baubranche ist. Bei der Immobilie „Framed“ liegt die Haustechnik unter der Garage: Eine Luft-Wärmepumpe mit Gas-Spitzen-Brenwerttherme kommt im unwirtschaftlichen Wärmepumpenbereich (unter minus 5° C) zum Einsatz. Damit wird ein Kfw-55 Energieeffizienz-Standard erreicht.

www.fabi-architekten.de

Fotos:

Herbert Stolz
www.herbert-stolz.de

(Erschienen in CUBE Magazin München 02|23)

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