Gesundheitsfördernd
Die Architektur des Karolinen-Hospitals Arnsberg unterstützt den Heilungsprozess
Mit dem neuen Notfall- und Intensivzentrum am Karolinen-Hospital Arnsberg setzt das Klinikum Hochsauerland ein starkes Zeichen für die Zukunft der regionalen Gesundheitsversorgung. Der siebengeschossige Neubau, geplant von Ludes Architekten-Ingenieure, vereint hochmoderne Medizin mit einer Gestaltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Bereits 2018 fiel die Entscheidung, den Standort strategisch weiterzuentwickeln. Entstanden ist eines der größten Notfallzentren im Hochsauerland – mit eigenem Hubschrauberlandeplatz, neuer Haupterschließung und einer klaren funktionalen Gliederung. Auf rund 10.700 m² Nutzfläche verteilen sich Ambulanzen, eine 1.600 m² große Zentrale Notaufnahme mit zwei Schockräumen, daran unmittelbar angegliederte Radiologie mit CT und Röntgen sowie Angiographie- und Herzkatheterlabor-Einheit, zehn Operationssäle, darunter Hybrid- und Robotik-OP, sowie eine interdisziplinäre Intensivstation mit über 50 Betten.
Architektonisch reagiert das Gebäude auf seinen Kontext. Die Fassade aus Faserzementplatten über einem Sockel aus anthrazitfarbenen Verblendziegeln nimmt Bezug auf die Schiefertradition der Region. Bodentiefe Fenster in den Patientenzimmern öffnen den Blick in die sanft-hügelige Landschaft des Sauerlands. Das Innenarchitekturkonzept (stammt von Planungsbüro Raumzenit Baukultur aus Leidenschaft GmbH & Co. KG) greift die Farben der umgebenden Landschaft auf und setzt Holz als Gestaltungselement in Decken und Wänden ein, um Wärme und Geborgenheit zu vermitteln und Heilungsprozesse zu unterstützen. Großformatige Fotomotive setzen selbst in hochsensiblen Bereichen wie den OPs atmosphärische Akzente und tragen dazu bei, Stress abzubauen.
Auch konstruktiv überzeugt der Bau durch Präzision und Flexibilität. Ein 7,50 mal 7,50 Meter großes Raster mit massiven Flachdecken bildet die robuste Grundstruktur. Der Zentral-OP wurde als modulares Raumsystem konzipiert, in das funktionale Elemente wie Durchreicheschränke integriert sind. Außenliegende OP-Säle mit Tageslichtbezug und Aluminium-Lamellenstores verbinden optimale Arbeitsbedingungen mit effektivem Sonnenschutz. Unterschiedliche Bodenbeläge – vom großformatigen Steinzeug über Kautschuk bis hin zu vor Ort hergestelltem Terrazzo im OP – unterstreichen die jeweilige Nutzung. Das Gebäude ist über ein eingeschossiges Gelenk mit dem Bestand verbunden und erfüllt hohe technische Standards, inklusive aktiver Kühldecken auf der Intensivebene.
Seit seiner Fertigstellung steht der Neubau für eine Architektur, die Funktionalität, Regionalität und Fürsorge in Einklang bringt – ausgezeichnet unter anderem bei „Healing Architecture 2025“. Das Haus zeigt, wie Baukultur Heilungsprozesse unterstützen kann.
www.raumzenit.de
www.ludes.net
Fotos:
Mark Wohlrab
www.mark-wohlrab.de
(Published in CUBE Ruhrgebiet 01|26)