Drei Punkte im Hof

Exemplarische Nachverdichtung in Friedrichsfelde

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Durch die Setzung von drei Punkthäusern im Hof einer Plattenbausiedlung gelang im Ortsteil Friedrichsfelde eine optimale Nachverdichtung. Die in der Freifläche einer U-förmigen Riegelbebauung platzierten Häuser haben eine quadratische Grundfläche mit einer Kantenlänge von 20 m. In den versetzt zueinander stehenden achtgeschossigen Häusern wurden insgesamt 119 Wohnungen verschiedener Größen untergebracht. Bauherrin ist eine der großen Berliner Wohnbaugesellschaften, die Howoge. Bewusst wird die Typologie des gesamten Stadtviertels, bestehend aus langgezogenen Riegeln oder Wohnhochhäusern, durchbrochen, wodurch sich die Neubauten wohltuend abheben und die rundum herrschende Gleichförmigkeit komplementieren. Auf dem ehemaligen Innenhof, dem jetzigen Baugrundstück, stand ursprünglich der Flachbau einer Kita. Das gesamte Areal zeichnet sich durch üppige Grünflächen aus. Im Süden, jenseits der Dolgenseestraße, liegt, abgeschirmt durch einen weiteren zehngeschossigen Riegel, der sogenannte „Hundepark“. Daran schließt sich das Gleisfeld in Richtung des naheliegenden S-Bahnhofs Rummelsburg an.

Die drei Gebäude sind nahezu baugleich. Zwei Häuser sind unterkellert, das dritte Haus hat statt des Kellergeschosses eine Tagespflege für Senioren im Erdgeschoss, welches direkt barrierefrei von der adressbildenden Dolgenseestraße aus zugängig ist. Die unteren Wohngeschosse liegen, analog zu den umstehenden Plattenbauten, im Hochparterre. Die Zugänge zu allen drei Häusern sind von einem zentralen Vorplatz aus erreichbar. Die Erschließung ist als Fünfspänner mit einem innenliegenden Treppen- und Versorgungskern organisiert.

Die Wohnfläche beträgt insgesamt 7.333 m² und teilt sich in Wohnungen mit einem bis fünf Zimmern, eine Maisonette und zwei Wohngemeinschaftswohnungen auf. Alle Wohnungen verfügen über einen privaten Freisitz und sind – bis auf die Einzimmerapartments – von zwei Seiten her belichtet. Zudem gibt es raumhohe Fenster und durch die versetzte Anordnung der Häuser genügend Sonnenlicht. Die Umwehrung der Balkone mit Pressgitter bietet sowohl Sichtschutz als auch Transparenz und Helligkeit für die Bewohner.

Die Gebäude wurden in Stahlbetonbauweise errichtet. Die Decken, Wände und Fassadenteile sind vorgefertigte Elementbauteile, was eine relativ rasche Bauzeit von 2017 bis 2018 möglich machte. Die Fassaden aus Faserzementplatten nehmen die Gestaltung des Bestandes auf und integrieren die neuen Gebäude farblich und zeitgemäß in den durchgrünten Hof. Die Mieten sind günstig, sodass auch sozial schwache Familien hier einen Wohnsitz finden können.

www.winking-froh.de

Fotos:

Thomas Bruns
www.thomasbruns.com

(Erschienen in CUBE Berlin 02|20)

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