Vom Landhausgarten zum Park

Noch heute trägt das Areal den ursprünglichen Namen Landhausgarten Fraenkel

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Der Landhhausgarten Fraenkel ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner. Das Gelände wurde im Jahr 1920 von Dr. Max Fraenkel erworben. Die Lage mit dem Blick auf die Pfaueninsel hatte es ihm angetan. Fünf Jahre später  beauftragte er den berühmten Gartenarchitekten und Stadtgartendirektor Erwin Barth einen Garten mit unterschiedlichen Landschaftsbereichen anzulegen. Das Entstehen der Anlage dauerte etliche Jahre – unter anderem ließ Barth einen Schmuckgarten mit Mauern und Treppen aus Naturstein anlegen. Ein Teehaus an einem kleinen See und viele blühende Stauden aus dieser Zeit sind heute noch zu sehen. Fraenkel emigrierte 1933 und Barth beging im selben Jahr Suizid. Damit war der Gartenentwicklung ein jähes Ende gesetzt. 

Die Nazis beschlagnahmten das Gelände und nach dem dem Krieg ging es in den Besitz des Landes Berlin über. Danach verwilderte der Garten viele Jahre lang – erst nach der Wiedervereinigung begann die Rückverwandlung der Anlage nach den alten Plänen von Erwin Barth. Die vorerst letzte Etappe der Sanierung dauerte von 2012 bis 2016. Soweit die Historie des Landhausgartens. Heute sieht man ihm seine bewegte Geschichte nicht mehr an – ausser dass er nach wie vor den Namen seines Gründers trägt, erinnert fast nichts mehr an die Vergangenheit. Seither können Besucher:innen die herrlichen Gartenanlagen mit der Größe von knapp drei Hektar in aller Ruhe durchwandern. Der Garten ist zu den online abzurufenden Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit zugänglich. Immer wieder laden Bänke zum Ausruhen und Verweilen ein, die begehrtesten Plätze befinden sich am Wasser, an der Havel. Das Gelände erstreckt sich vom Ortsausgang Kladow in Richtung Sacrow.

Vom Berliner Stadtzentrum aus erreicht man den Park in einer guten halben Stunde im Südwesten der Hauptstadt. Auch vom Wasser aus kann man diese Landschaftsoase von der nahe gelegenen öffentlichen Hafenanlage erreichen. Ein Café darf hier natürlich auch nicht fehlen. Mit Kaffee und Kuchen oder auch etwas Deftigem können sich die müden Spaziergänger:innen hier erholen. Im ehemaligen Stallgebäude befindet sich heute das Besucherzentrum mit Informationsmaterial zu Geschichte des Landhausgartens. 

Zur Entstehungszeit war es für die reichen Städter zur Mode geworden, sich Landhäuser mit riesigen Ländereien dazu erbauen zu lassen. Meist handelte es sich um Güter mit Ställen für Pferde, Hühner oder um Obstgärten und Gemüsebeete. An manchen Stellen ist die ursprüngliche Anlage noch zu erkennen. Zum Großteil hat sich der Nutzgarten in einen Park verwandelt – übrigens nicht der einzige, den Erwin Barth in Berlin gestaltet hat, beispielsweise stammen auch der Treptower Park, der Savignyplatz und viele andere aus seiner Feder. 

www.visitspandau.de

Foto: 
Claudia Schwaier

(Erschienen in CUBE Berlin 02|23)

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