Einladendes Portal

Wohn- und Geschäftshaus setzt die lange Geschichte der Zeil fort

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Sie ist eine der meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschland. Die vormals befahrene Straße Zeil wurde vor 50 Jahren zur dauerhaften Fußgängerzone. Doch nicht nur das hat sich in der langen Geschichte der Shopping-Meile getan. Manches Gebäude wurde abgerissen und damit auch manche Fassade moderner gestaltet. So auch das das Wohn- und Geschäftshaus in der Zeil 111 – das heute aussieht, als hätte es immer schon an diesem Ort gestanden.

Die detaillierte, massive und lastabtragende Natursteinfassade verleiht dem Gebäude seine zeitlose Qualität. Bis zu zehn Tonnen schwere Portalsteine aus portugiesischem Sandstein flankieren die acht Meter breiten Eingänge der Passage. Die Kanten der Portalsteine sind gebrochen und unregelmäßig im Winkel von 45 Grad geschnitten. Ganz im Stil eines Torhauses verlaufen die Portalsteine nach oben und unten spitz zu und sind Abbild einer soliden Massivität.

Um die gewerbliche Nutzung und die Durchwegung zu verbessern haben Tek To Nik Architekten den Passageneingang in Form eines breiten zweigeschossigen Portals geplant. Da die Zeil 111 zwei Fassaden aufweist, eine zur Zeil und eine zum Holzgraben, haben die Architekten die plastische Tiefe der Natursteinblöcke mit der räumlichen Tiefe der Passage kombiniert. Daraus ergaben sich auch die gestalterischen Unterschiede zwischen den beiden Fassaden. Auf Zeil-Seite wird das Motiv des Portals noch durch die kontrastierende Wirkung von prismatisch hervorstehenden Prallscheiben der fünf Obergeschosse aufgegriffen. Die glatten, stark geneigten Glasflächen lösen dabei gleich zwei Probleme: Sie bieten Tauben keine Siedlungsflächen und reduzieren den Schall, was für die Praxisräume wichtig ist, die die zur Zeil hin orientiert sind.

Im Erdgeschoss-Eingang liegt auf Zeilseite übrigens die traditionsreiche Hirsch-Apotheke, die im Jahr 1462 gegründet wurde und Gründungsstätte des Pharmaunternehmens Fresenius ist. Bauherr für das Wohn- und Geschäftshaus Zeil 111 war daher die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung. Die ehemalige Zeil-Passage wurde daher bereits am 19. November 2018 offiziell in die Else-Kröner-Passage umgewidmet. Der Zeil-111-Vorgänger aus den 1960er-Jahren wies zu geringe Deckenhöhen und wenig attraktive Ladenflächen auf. Sein Komplettabbruch wurde um diese historische Apotheke herumgeplant. Während der gesamten Bauzeit blieb die Apotheke in Betrieb und wurde technisch über die zu erhaltenden gemeinsamen Brandwände der Nachbarbebauung temporär versorgt.

www.tektonik.net

Fotos:

TEK TO NIK; Andreas Stimpert

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|23)

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