Gegengewicht

Neuer Museumskomplex begreift sich als Zentrum für jüdische Kultur

JMF-24-09-20_DSF6291-96_19_700pixel

Im Oktober hat das Jüdische Museum Frankfurt nach rund fünf Jahren Bauzeit in doppelter Größe wieder eröffnet. Der neue Museumskomplex besteht nun aus dem sorgfältig sanierten Rothschild-Palais und dem Lichtbau genannten Neubau des Berliner Büros Staab Architekten. Gemeinsam bilden sie ein Gebäudeensemble, das von einem neuen öffentlichen Platz aus erschlossen wird. Dieser Museumsvorplatz bildet zugleich die Adresse des neuen Jüdischen Museums: Bertha-Pappenheim-Platz 1. Der neue Museumskomplex wird dabei als ein Zentrum für jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart begriffen, das sich im besonderen Maße mit der Frage beschäftigt, wie das Zusammenleben in einer diversen Gesellschaft gelingen kann.

Das älteste Jüdische Museum in der Bundesrepublik verfügt nun über 2.000 m² Ausstellungsfläche: Das neoklassizistische Palais beherbergt die neue Dauerausstellung „Wir sind Jetzt: Jüdisches Frankfurt von der Aufklärung bis zur Gegenwart“. Der Neubau bietet Raum für Wechselausstellungen und Veranstaltungen, eine öffentliche Bibliothek, das erste milchig-koschere Café in Frankfurt sowie einen Museumsshop. In den nichtöffentlichen Bereichen befinden sich zudem Depoträume, Werkstätten und Büros.

Der helle Lichtbau bildet ein Gegengewicht zu dem klassizistischen Rothschild-Palais, ohne dass der Neubau das Palais dominieren würde. Der Gegensatz zwischen Sichtbetonoberflächen und warmer, heller Eschenholzvertäfelung prägt die Innenraumgestaltung. Durchbrüche, Lichteinfälle und Splitlevel erzeugen ein besonderes Raumerlebnis.

Da sich das Jüdische Museum als „ein Museum ohne Mauern“ versteht, mussten die Architekten bei der Planung des Neubaus besonders darüber nachdenken, wie der leider notwendige Schutz und die gewünschte Öffnung zur Stadt verbunden werden können. Unter anderem sorgen mehrere große Fenster für diese Öffnung: Der Neubau beherbergt beispielsweise einen lichtdurchfluteten Raum, der sich dem Stadtraum zuwendet und überdies kostenfrei betreten werden kann und mit freiem WLAN in großzügig gestalteten Foyers zum Verweilen einlädt. Auch die öffentliche Bibliothek mit ihrem 130 m² großen Lesesaal, der in Eschenholz verkleidet ist, öffnet sich mit einem großen Fenster zum Stadtraum. Bequeme Sitzmöbel laden hier Junge und Erwachsene ein, Kinder- und Jugendbücher, Graphic Novels, Nichtbuchmedien und Spiele zur jüdischen Geschichte und Kultur kennenzulernen.

www.juedischesmuseum.de
www.staab-architekten.com

Fotos:

Norbert Miguletz/Jüdisches Museum Frankfurt
www.miguletz.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|20)

Nothing found.

Historie trifft Kulinarik

Ein besonderer Ort in der Speicherstadt entfaltet eine einzigartige Atmosphäre

Atmosphärischer Monolith mit Annex

Ein Wohnhaus verbindet sich über ein Terrassenplateau zu einem Ensemble

Städtebauliches Quartier

Ein Gebäudeensemble bildet den Auftakt zu einem neuen Quartier in Essen

Ins Heute geholt

Ein Haus aus den 90ern wird durch gezielte Umbaumaßnahmen freundlicher, offener und heller

Nothing found.

Firmengeschichte zeigen

Identitätsstiftende Bürogestaltung für ein Stahlbeton-Unternehmen

Architektur wird Instrument

Aufstockung in Holzbauweise ergänzt bestehendes Ensemble ohne zu dominieren

Organisch & zukunftsfähig

Ein klimarobuster und pflegeleichter Garten dient auch als sozialer Raum im Grünen

SFA_FrankfurtLyonerStrasse04_LisaFarkas_01_19_700pixel

Leuchtender Rationalismus

Umnutzung schafft unverwechselbares Ensemble im Lyoner Quartier

Ausgezeichnet

Ausgezeichnet

Form, Farbe und Licht schaffen gestalterische Inseln in einem Penthouse

SHND0062_I-a_45_700pixel

Geschickt verdreht

Taunus-Villa fügt sich trotz ihrer Größe harmonisch in die Umgebung ein

Grau raus – Farben rein

Ein ehemals versiegelter Innenhof wird zur grünen Oase

kristoflemp_191001_0130b_15_700pixel

Klar und Kraftvoll

Fließende Übergänge, maßgeschneiderte Möbel und Smart Home-Technik schaffen Wohnkomfort