Rundungen ins Eckige

Cafeteria eines Forschungszentrums schafft Klarheit und Raum für frische Ideen

PR_IZS_201118_PO_8119_15_700pixel

Das Fraunhofer-Institutszentrum zählt zu den größten Forschungszentren in Deutschland. Da sich die Mitarbeiterzahl vervierfacht hat, brauchte die Cafeteria unbedingt eine Erweiterung. Das Büro Sehw Architektur hat dafür das sowohl funktional als auch gestalterisch in die Jahre gekommene Gebäude im Gastbereich komplett neu gedacht, um mehr Sitzplätze und mehr Nutzungsflexibilität zu schaffen. Die ehemalige Cafeteria im Erdgeschoss wurde abgerissen und stattdessen eine neue freie Café-Landschaft eingefügt, die sich mit ihren Rundungen vom Bestand formal löst.

Die Ausgangssituation für die Komplettsanierung war dabei etwas ungewöhnlich: Denn die zunächst eingeschossige Cafeteria der 1980er-Jahre war später noch mit einem Kantinengebäude überbaut worden. Für die Architekten war von Beginn an klar, dass sie die ursprünglichen Bauten abreißen und lediglich mit einer Pfosten-Riegel-Fassade einen neuen Raum schaffen würden, der die vorhandene Kantine als Decke und den Keller als Bodenplatte nutzt. Die Deckenkonstruktion mit den markanten Spannbetonträgern wurde unverkleidet erhalten, damit der mehr als 6 m hohe Raum erlebbar bleibt. Frei abgehängte Deckensegel in verschiedenen Durchmessern und in unterschiedlichen Höhen lassen die Träger jedoch in den Hintergrund treten. Der hohe Raum, das vielfach eingesetzte kräftige Grün, Lichtakzente und freie Formen schaffen bewusst einen Abstand zur Arbeitsatmosphäre und damit Platz für neue Ideen.

Die abgerundeten Formen der Cafeteria unterstreichen ihren eigenen Charakter, denn sie kon­trastieren nicht nur mit den umliegenden Bauten, sondern auch mit den Formen der Kantine im Obergeschoss. Aber auch die Funktionen unterscheiden sich: Gilt es im Obergeschoss mehr als 1.000 Personen täglich optimal mit Essen zu versorgen, soll die Cafeteria im Erdgeschoss ein Ort des Verweilens und der spontanen Kommunikation sein. Die verschiedenen Zonen schaffen hier unterschiedliche Atmosphären: Der Tresenbereich mit der Kaffeemaschine unterscheidet sich von den durch Deckensegel akzentuierten Sitzbereichen oder den Gangbereichen, in denen flächige Akustiklochdecken für bessere Akustik sorgen.

„Konstruktiv war das Projekt eine große Herausforderung, da unterschiedliche Setzungs- und Schwingungsbewegungen der Bauteile aufgenommen werden mussten und in den Spannbetonträgern keine direkten Befestigungen möglich waren“, erläutert Hendrik Rieger, Geschäftsführer von Sehw Architektur. „Auch war es nicht leicht, die Installationen und Deckensegel unter der Decke zu befestigen.“ Trotz der schwierigen Voraussetzungen ist bis in die Details eine klare Architektursprache gelungen, die ein frisches Raumgefühl schafft und durch den Einsatz der runden Formen und dem gezielten Farbeinsatz auch individuell und identitätsstiftend wirkt.

www.sehw-architektur.de

Fotos:

Philipp Obkircher
www.philippobkircher.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|21)

Nothing found.

Die Bienen

Haushaltsauflösung & Entrümpelung

Ein klares Statement

Test- und Innovationszentrum für den Motorsport mit aerodynamischer Architektur

Haus mit zwei Gesichtern

Drei schmale Satteldächer prägen ein Doppelhaus für zwei Parteien

Zwischen Produktion und Pause

Die neue Kantine auf dem HAKRO Campus

Nothing found.

AOK_LB_JG_05_15_700pixel

Freiraum und Flexibilität

Das AOK Projekthaus ist Testfläche für das Arbeitsumfeld von morgen

1_DSC7952_15_700pixel

Sehnsuchtsorte zu Hause

Umbau eines Werkstattgebäudes zum Wellnesshaus mit Schwimmteich im großen Garten

Am rauschenden Bach

Modern interpretierter Garten mit Pool umgibt eine renovierte Mühle und greift historische Elemente auf

2922_09_19_700pixel

Spielen und Wohnen

Kindergarten auf zwei Ebenen mit Flachdach als Sockel für Wohnungen in den Obergeschossen

RH2788-0075_15_700pixel

Vermittelnder Stadtbaustein

Doppelsporthalle mit Laubengang bildet ein neues Ensemble mit zwei Schulen

AMUNT_064_JustK_100604005_25_700pixel4lRtMPecP09Tv

Weniger ist mehr

Ungewöhnliches Wohnhaus am Hang mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Suffizienz

Passgenau

Auf das Wesentliche reduziert, erweist sich dieses Haus als Maßanzug für seine Bewohner:innen

Spiel mit Schwarz und Weiss

Steiles Grundstück integriert ein klar geschnittenes Wohngebäude mit Garten