Raumgewinn & Offenheit
Sanierung schafft Platz und ein zeitgemäßes Zuhause für eine Familie
Kleine Räume, niedrige Decken, ungenutzte Nischen und eine von Holzvertäfelungen geprägte Dachlandschaft: So präsentierte sich das Einfamilienhaus aus dem Jahr 1962 vor Beginn der Sanierung. Ziel der Planung der Mainzer Innenarchitektin Daniela Meurer war es, den Bestand mit 290 m² Wohnfläche grundlegend neu zu denken und ein energetisch zeitgemäßes Zuhause für eine vierköpfige Familie mit Hund zu schaffen. Gleichzeitig sollte im Souterrain eine eigenständige, 35 m² große Einliegerwohnung mit separater Terrasse entstehen.
Nach der vollständigen Entkernung wurde das Gebäude technisch autark aufgestellt: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, Fußbodenheizung, neue Fenster sowie eine Solaranlage und ein Wärmedämmverbundsystem ergänzen das nun auf 304 m² gewachsene Gefüge. Die größte Herausforderung lag im Dachgeschoss. Geringe Drempelhöhen und starke Dachschrägen schränkten die Nutzbarkeit erheblich ein. Eine vollständige Aufstockung wurde zugunsten einer präziseren Lösung verworfen. Eine kaum genutzte Dachterrasse wich einer großzügigen Gaube in Holzständerbauweise über der Küche. Sie schafft heute eine komfortable Raumhöhe von bis zu 2,50 Meter und bildet das räumliche Rückgrat des neuen Obergeschosses. Die neu zonierte Fläche bietet nun Platz für das Elternschlafzimmer mit Ankleide, zwei helle Kinderzimmer mit individuellen Motivtapeten, ein kompaktes Büro sowie ein großzügiges Badezimmer. Besonders dieses erforderte millimetergenaue Planung: Dachflächenfenster wurden gezielt positioniert, um Stehhöhen zu optimieren. Warme Beigetöne, Holzakzente und schwarze Armaturen verleihen dem Bad eine ruhige, wohnliche Atmosphäre.
Auch das Erdgeschoss wurde grundlegend neu gedacht. Die kleinteilige Struktur wich einem offenen Raumgefüge mit durchgehendem Parkettboden. Durch gezielte Wandöffnungen entstand ein fließender Wohn-, Ess- und Kochbereich. Die schwarz-weiße Küche bildet das Zentrum, während die farbliche Gestaltung mit gezielten Akzenten spielt. Bodentiefe Fenster und eine große Schiebetür erweitern den Wohnraum optisch bis in den Garten.
Fotos:
Daniela Meurer
(Erschienen in CUBE Frankfurt 01|26)