Komplette Transformation

Eine Hinterhofwerkstatt aus den 1950er-Jahren erhielt ein neues Leben als Büro

Pur_Architekten_0206_15_700pixel

Für die Münchner Architektinnen Birte Raff und Eva Petri, Gründerinnen des Büros pur architekten, war es ein Glücksfall: Vor einiger Zeit meldete sich der Eigentümer einer alten Autowerkstatt im Hinterhof, dass er sie gerne verkaufen würde. Die beiden griffen zu – und machten daraus ihr neues Büro. Ganz nach ihren Vorstellungen und Entwürfen entstand aus dem Flachdachgebäude ein lichtdurchflutetes Kleinod mit großer Erdgeschossfläche, einer Galerie und ganz viel Stauraum.

Doch davor war einiges zu tun: „Da war eine ganz schreckliche Unterdachkonstruktion drin, man konnte die Raumhöhe absolut gar nicht nutzen“, erzählt Birte Raff und ergänzt: „Wir haben dann erstmal alles quasi bis auf die Außenmauern herausgenommen.“ Um die notwendige Höhe für die einzuziehende Galerie zu schaffen, wurde auch noch die Bodenplatte entfernt und ein Stück Boden abgetragen. Jetzt geht es eine Stufe tiefer in die ehemalige Werkstatt, die nach vorne statt des Einfahrtstors große Fenster aus Lärchenholz erhielt. In der ehemaligen Sitzgrube befindet sich nun ihr großer Besprechungstisch, übrigens auch ein Eigenentwurf der Architektinnen aus hellem Eschenholz nach Art eines bäuerlichen „Jogltischs“, jedoch modern interpretiert. Auch das Dach mit sechs Dachflächenfenstern ist neu, als Unterkonstruktion wählten die Architektinnen Deckenelemente eines Schweizer Systemherstellers. „Sie hatten für uns den Vorteil, dass sie weite Spannweiten ermöglichen und wir uns den Unterzug an der Deckenunterseite gespart haben“, erläutert Birte Raff. Praktisch: Auch für die Galerie wurden die rund 28 cm hohen Kassettenelemente eingezogen – ihre Oberseite aus Fichtenholz wurde kurzerhand geölt und gleich als Fußboden genutzt. Hinauf führt eine von den Architektinnen und vom Schreiner maßgefertigte, puristische Treppe aus hell geölter Esche. Überhaupt ist der Büroname Programm in den neuen Räumlichkeiten: Pur, reduziert und zeitlos sind auch die Einbauten – etwa die große Schrankwand in Weiß, die die kleine Büroküche aufnimmt und Stauraum bis unter die Decke schafft. Schönes Holz spielt in allen Bereichen eine große Rolle: Nach der Hängeleuchte über dem großen Besprechungstisch aus Birkenholz im dänischen Design wurde lange gesucht. Auch die praktischen Materialkisten auf Rollen sind aus Esche. Eine Besonderheit ist auch der Fußboden: Ein nicht ganz aufgeschliffener Terrazzo in Grautönen, bei dem die Körnung nicht gleich stark herauskommt und eben dadurch auch wieder puristisch wirkt. Neben den großen Dachfenstern erhellen Deckenspots sowie speziell maßgefertigte LED-Abhangschienen eines Münchner Herstellers die Räume.

www.pur-architekten.de

Fotos:

Philipp Nemenz

(Erschienen in CUBE München 02|22)

Architekten:

Pur Architekten
Petri und Raff
www.pur-architekten.de

Rohbau:

Bauunternehmen Schuster
www.schusterbau.de

Holzdeckenelemente:

Lignatur
www.lignatur.ch

Zimmermann:

das-bau-team
www.das-bau-team.com

Fenster:

Schreinerei Hartmut Both
www.both-wintergarten.de

Elektro, Sanitär:

ENC
www.enc-info.de

Schreiner (Treppe, Küche):

Bau- und Möbelschreinerei Mihm
www.mihm.de

Terrazzo:

Unger Thermo-Boden
www.estrich-muenchen.eu

LED-Schienen:

Form und Licht
Behne & Renner
www.form-und-licht.de

Leuchten:

mawa
www.mawa-design.de

Nothing found.

Wohnraum durch Wandel

Verblüffende Metamorphose – vom „Diskreten Haus“ zum mehrgeschossigen Wohnhaus

Nachhaltig mit Konsequenz

Ein Klimaunternehmen setzt auf Flexibilität und wiederverwendbare Materialien

Hanseatische Identität in gebranntem Ton

Die Renaissance der Klinkerarchitektur

Bewahrt durch Wandel

Sanierung als Statement moderner Wohnkultur: lichtdurchflutet, offen, elegant

Nothing found.

A_BA13-15-PA35_Prod-und-Verwaltungsgeba-ude-21b-Ru-ckseite-Frontal_19_700pixel

Multifunktionale Drillinge

Drei baugleiche Gebäude in einem Gewerbepark für innovative Technologien

Farbenfrohes Familienglück

Ein Umbau im Häuschen aus den 1950er-Jahren zeigt Charakter

hh__AHA6049-C-a_hanebeck-fin-r-kl_15_700pixel

Wie neu Geboren

Erstaunliche Verwandlung einer Villa aus den 1970er-Jahren

SR0474_15_700pixel

Oberbayerisches Lebensgefühl

Alle einzelnen Elemente vom Pooldeck, der Terrasse zum Haus und neben dem Pool sowie dem kleinen hölzernen Freisitz in Richtung Kuhweide nehmen die…

Das Bessere ist des Guten Feind

Ein Hotel zeigt wie kultivierte Gastlichkeit aussehen kann

Innen und aussen im Einklang

Das Haus „R 17“ punktet mit Hufeisenarchitektur und viel Licht in den Räumen

S26_01_Essen_15_700pixel

Inspiration aus den 1950ern

Ein Dachgeschoss in der Maxvorstadt behält seinen Charme nach dem Umbau