Fassade für Flaneure

Neue „ländliche Stadtvilla“ in Wilmersdorf

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An der Grenze von Charlottenburg und Wilmersdorf, zwischen Lietzenburger Straße und Fasanenplatz, wurde vor Kurzem ein Mehrgeschosswohnungsbau der gehobenen Klasse fertiggestellt. Berlin, die Großstadt, die aus vielen unterschiedlichen „Städten“ besteht, wechselt auch an dieser Stelle ihr Gesicht. Während der Charlottenburger Teil der Fasanenstraße, bedingt durch die Nähe des Kurfürstendamms, voller Geschäfte, Galerien und Lokale ist, wird im Wilmersdorfer Teil, in dem das neue Gebäude liegt, überwiegend gewohnt. Ein bürgerliches, wenn nicht gar großbürgerliches Viertel, breitet sich hier bis zum Hohenzollerndamm aus. So passt der sich edel gebende Neubau gut in diese Umgebung. Seine L-Form ist dem Grundstück zuzuschreiben: Im rückwärtigen Garten war nur für einen Seitenflügel Platz, da das Nachbargrundstück, beziehungsweise dessen Bebauung, statt rechtwinklig schräg verläuft. Das neue Wohngebäude geht auf den Entwurf von Nöfer Architekten zurück, einem inhabergeführten Berliner Büro, das bereits viele innerstädtische Bauten der Hauptstadt entworfen hat. Beim Neubau in der Fasanenstraße handelt es sich, wie die hochherrschaftliche Fassade bereits verrät, um „gehobenes“ Wohnen mit ausschliesslich Eigentumswohnungen. Architektonisch knüpfen die Urheber an den Typus der „ländlichen Stadtvilla“ an. Das geht darauf zurück, dass das Quartier ursprünglich als Landhaussiedlung gedacht war, mit der Zeit aber immer dichter parzelliert und mit Mietshäusern statt mit Villen bebaut wurde. Auch hier musste, um den Neubau zu ermöglichen, ein Mietshaus aus den 1960er-Jahren weichen, das dem Städtebau der damaligen Zeit entsprechend von der Straßenflucht zurückgesetzt war.

Das siebengeschossige Gebäude ist vom Sockel bis zum Dach in drei Bereiche gegliedert: Auf zwei Sockelgeschosse folgen vier Wohngeschosse und zuoberst ein zurückspringendes Dachgeschoss mit mehreren Penthousewohnungen. Auf dem vergleichsweise kleinen Grundstück von 1.222 m² wurde Wohnraum mit einer Bruttogeschossfläche von 4.800 m² erzielt. Dennoch blieb Platz für einen intensiv begrünten Innenhof nach Plänen des Landschaftsarchitekten Wallmann.

Insgesamt entstanden 40 Wohnungen mit Größen von 26 bis 300 m², deren lichte Raumhöhe mindestens drei Meter beträgt. Voraussetzung für die Grundrisse war – diese waren nach den Vorstellungen der Käufer individuell gestaltbar – dass das Tragwerk im Innern aus nur wenigen hochbelasteten Stahlbetonstützen besteht.
Doch zurück zur Fassade, sie ist das eindeutige Prunkstück des Hauses: Die hohen französischen Fenster im Mittelrisalit sind durchweg mit kleinen Austritten zwischen massiven Natursteinsäulen versehen. Der doppelgeschossige Natursteinsockel besteht aus bis zu 15 Zentimeter dicken Werksteinen aus Travertin. Mittig liegt der Hauseingang in Form einer mit Goldmosaik ausgekleideten „Konche“. In deren Mitte hängt eine eigens entworfenen Leuchte, die durch eine Stuckrosette gekrönt wird.

www.nöfer.de

Fotos:

Maximilian Meisse
www.meisse.de

(Erschienen in CUBE Berlin 04|23)

Architektur:

Nöfer Architekten
www.noefer.de

Holzfenster:

HFBB Holzfensterbau Bernau
www.hfbb.info
Kreidezeit Fenster
www.kreidezeitfenster.de

Naturstein:

Winzer Natursteine
www.winzer-natursteine.de

Terrazzo:

Antonioli Terrazzo
www.antonioli.de

Einbauten, Innenausbau und Treppen:

Dathe
www.dathe-innenausbau.de

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