Lebensart durch Gemeinschaft

Ein queeres Wohnhaus mit Etagenwohngemeinschaften

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Lovo – so nennt sich ein Wohngebäude ganz in der Nähe des Ostbahnhofs. Es dient als Lebensort für homo- und bisexuelle, transgender oder andere Menschen, die sich der LGBTQ+-Gemeinde zugehörig fühlen, teilweise mit Fluchthintergrund. Die Berliner Architekten Christoph Wagner und Wenke Schladitz entwickelten gemeinsam mit dem Betreiber Schwulenberatung Berlin ein Gebäude, in dem auf vier Etagen gemeinschaftliches Wohnen möglich ist. Die Architekten nennen es nicht Wohngemeinschaften, sondern Etagengemeinschaften, da das Wohnmodell nicht dem einer freiwilligen, wie eine Familie zusammenlebenden Gemeinschaft gleicht, sondern eher dem einer zufälligen Nachbarschaft. Vom 1. bis 4. Obergeschoss gibt es insgesamt 31 Zimmer, wobei das 1. Obergeschoss als Pflegegemeinschaft konzipiert ist, da auch ältere, gebrechliche oder HIV-Patienten hier eine Unterkunft gefunden haben.

Im Erdgeschoss gibt es Läden und ein Café als Begegnungsstätte. Die Stockwerke 5 und 6 wurden frei vermietet, um den Unterhalt des Gebäudes zu finanzieren. Dieses einzigartige Modell ist seit 2019 in Betrieb und wurde auf der Architekturbiennale in Venedig im Rahmen des deutschen Beitrags „Making Heimat. Germany Arrival Country“ bereits 2016 noch vor seiner Realisierung vorgestellt.

Mit über 200 m langen Balkonbändern öffnet sich das Haus zur Straße und zum Garten hin. Es wird über ein offenes Betontreppenhaus und einen Laubengang erschlossen. Das transparente Ladengeschoss ermöglicht einen Durchblick in den Garten. Insgesamt 1.200 m² stehen als Wohn- und Nutzflächen auf den sieben Etagen zur Verfügung. In den Etagengemeinschaften stehen (kleine) Privaträume von etwa 14 m² zur Verfügung, die Gemeinschaftsräume, Küchen und Balkone sind öffentliches Terrain. Der Zugang zu den oberen Geschossen erfolgt über das vorgelagerte Betontreppenhaus vom Garten aus. Ein weiterer öffentlicher Bereich ist der geräumige Laubengang im 5. Obergeschoss. Drei Maisonnettes erstrecken sich über das 5. und 6. Geschoss. Die Farbwahl für die Fassade ist ein blasses Blau und Rosé – keineswegs kitschig, sondern angenehm zurückhaltend. Die blassroten Rollos in den Zimmern ergeben einen harmonischen Zusammenklang. Die Warteliste der BewerberInnen ist lang.

www.c-wagner.de

Fotos:

Eric Tschernow
www.tschernow.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|22)

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