Mehrfach gut
Durch Umbau und Erweiterung zum Treffpunkt für Sport, Bewegung und Gemeinschaft
Das Sportzentrum Habichtstraße in Barmbek-Nord, das vom SC Urania genutzt wird, wurde umfassend erneuert und im Mai eröffnet. Die Maßnahme, gefördert vom Bezirksamt Hamburg-Nord und dem Bund, umfasste den Neubau des Fußballplatzes sowie des Umkleide- und Vereinshauses mit Indoor-Sporträumen und wurde von Reichardt+Partner Architekten umgesetzt. Das Ziel ist, die soziale Integration durch den Vereinssport zu fördern, die Sportanlage mit langfristiger Nutzbarkeit und niedrigschwelligen Angeboten nachhaltig zu verbessern und den Standort zu einem Quartierstreffpunkt zu entwickeln.
Die Baufläche an der Habichtstraße war aufgrund geschützter Bäume und Hecken an der östlichen Grundstücksgrenze eingeschränkt. Um ausreichend Raum für das geforderte Programm zu schaffen, wurde der Fußballplatz verkleinert und die Baumasse straßenbegleitend auf zwei Geschosse verteilt. Das Großspielfeld mit Grandbelag wurde in einen Kunststoffrasenplatz mit Quarzsandverfüllung umgewandelt. Es entstanden zwei Baukörper: ein eingeschossiges Umkleidehaus und ein zweigeschossiges Sportzentrum mit Gymnastikräumen, Vereinsbüros, Gastronomie, Multifunktionsraum sowie Umkleiden und Sanitärbereichen. Das Sportzentrum öffnet sich zum Stadtteil; der Hauptzugang liegt an der Habichtstraße. Vom Foyer aus sind Gastronomie und Sanitärbereiche sowie Umkleiden und Sporträume erreichbar. Ein Treppenhaus führt ins Obergeschoss mit den Vereinsbüros und einem Konferenzraum sowie ins Untergeschoss mit Technikraum. Die Räume sind flexibel konzipiert und sowohl für den Sportbetrieb als auch für Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Funktion als Stadtteilzentrum nutzbar. Mobile Trennwände erhöhen die Multifunktionalität. Das freistehende Umkleidehaus liegt direkt am Sportplatz und steht ausschließlich den Fußballern zur Verfügung.
Beide Gebäude wurden vollständig in Holzbauweise errichtet. Die tragenden Wände und Decken bestehen aus Vollholzelementen; die Holz-Deckenelemente sind freitragend oder durch Holz-Unterzüge unterstützt. Lediglich die Sohle, die Streifenfundamente und das Treppenhaus sind in Stahlbeton ausgeführt. Die gedämmten Massivholzwände tragen eine sichtbare Verkleidung aus vertikalen Bohlen. Holz zeigt sich auch innen an Wänden, Decken und Balken. Gründächer, Photovoltaik und Fernwärmeanschluss ergänzen das ökologische und energetische Konzept, das die Anforderungen an den EH-40-Standard sogar unterschreitet.
Fotos:
Walter Schiesswohl
www.schiesswohl.com
(Erschienen in CUBE Hamburg 04|25)