Lichtdurchflutete Arbeitswelt
Hocheffizientes Bürogebäude in der Maxvorstadt
In zentraler Lage, in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, entstand ein neues Bürogebäude auf einem anspruchsvollen Innenhof-Grundstück. Bei einem Wettbewerb hatten Brückner Architekten aus München den ersten Platz erlangt. Ihr Entwurf zeichnet sich dadurch aus, dass er vier Baukörper und drei Lichthöfe auf einem nur 2.500 m² großen Grundstück vorsieht. Die Realisierung des Bauvorhabens umfasste fünf Jahre von 2019–2024.
Bauträger war die MünchenBau und auch die Mieter waren schnell gefunden: Einer der weltweit führenden Technologiekonzerne zog in das Gebäude ein und erweiterte damit seine Büroflächen, die im Nachbarhaus bereits angemietet waren. Der Nachbar ist das „Karl“, ein erst wenige Jahre alter Bau von David Chipperfield. Dieser sollte ursprünglich eigentlich ein Hotel werden, stattdessen hat Apple hier seinen Standort und hinzu kamen nun die „Lichthöfe“ von Brückner. Seitdem heißt das Areal „Apple-Karree“. Durch die optimale Flächenausnutzung mit vier jeweils paarweise parallel zueinander angeordneten Baukörpern entstanden 9.000 m² Bürofläche. Brückner Architekten verfolgten einen Industrial Look, der an frühere Industriebauten erinnert. Dies wird durch die Fassadengestaltung betont: Stahl und Glas treffen auf eine Verkleidung aus Klinkerriemchen, gegliedert durch vertikal angeordnete, olivfarbene Lisenen. Die drei Lichthöfe blieben unversiegelt. Die eigentliche Besonderheit aber sind die Shed-Dächer, auch Sägezahndächer genannt. Deren Glasfronten sind vom historischen Vorbild der Fagus-Werke von Walter Gropius inspiriert und ermöglichen taghelle Arbeitsräume. Großzügige, begrünte Dachterrassen konnten zusätzlich geschaffen werden und laden zu Pausen an der frischen Luft ein. Insgesamt sind die „Lichthöfe“, wie das Geviert nun genannt wird, in jeder Hinsicht absolut zukunftsfähig: Die Räume sind offen für neue Arbeitsformen, als Lofts oder als Gruppen- und Einzelbüros unterteilbar, und bieten zahlreiche Kommunikationsflächen. Mit fortschrittlichen ökologischen Standards wurde eine LEED-Gold-Zertifizierung angestrebt. Die Die Gebäudestruktur umfasst sechs oberirdische und drei unterirdische Geschosse, die als Tiefgaragen, Lagerflächen und Technikräume genutzt werden.
Das Projekt wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet, es erhielt den Iconic Award 2025 und den German Design Award 2026.
Fotos:
Ignacio Rascon
(Erschienen in CUBE München 04|25)