Kompakt und fließend

Ein Mehrfamilienhaus im Kölner Westen schafft auf wenig Grundfläche großzügiges Wohnen

Vergleichsweise schmal war die Baulücke, die sich zwischen den beiden mehrgeschossigen Nachbarwohnhäusern zu Bebauung ergab. Entsprechend wünschte sich der Bauherr ein Gebäude, das etagenweise Wohnraum für vier Parteien schaffen sollte – mit zwei Eigentums-Maisonette-Wohnungen sowohl in den beiden unteren als auch in den beiden obersten Etagen. Die mit dem Projekt beauftragten Kraus Architekten & Ingenieure aus Köln planten ein kompaktes Mehrfamilienhaus, das barrierefreie Wohnqualität mit flexiblen Raumstrukturen verbindet.

Der Baukörper mit einer Doppeletage im Dachgeschoss orientiert sich in seiner Bauflucht an den beiden Nachbargebäuden. Die gemeinsamen Grenzwände werden dabei durch neue Wände ergänzt. Im Vergleich zu den dreigeschossigen Nachbarhäusern ist der Neubau viergeschossig ausgeführt. Die Straßenfassade ist dabei durch eine Verblendung mit langen flachen Ziegeln in Grautönen geprägt, die die horizontale Ausrichtung der Fensterbänder unterstreicht. Allein das Erdgeschoss hebt sich davon deutlich ab: Neben dem Hauseingang bestimmt eine, von einem Metallbauunternehmen maßgefertigte Stahltorfront die Sockelansicht. Die innovativen, beweglichen Schiebelemente, die kürzlich mit dem Deutschen Metallbaupreis 2024 ausgezeichnet wurden, verbergen die Garage mit Doppelparksystem, zwei Fahrradplätze und Mülltonnen. Die Dachansicht mit einer Eindeckung aus dunklen Ziegeln ist wiederum durch eine exponierte, kubische Gaube akzentuiert, die in der Küche der Dachgeschoss-Maisonette einen kleinen Austritt zur Straße schafft. Um den technischen Aufwand zu begrenzen und den Platz hierfür zu minimieren, wurden sämtliche Bäder und Küchen an einen zentralen Technikschacht angebunden. Auch der Aufzug wurde so installiert, dass er direkt an die Wohnungen anschließt. Was in der Planung und Umsetzung teilweise herausfordernd war, hat viel Freiraum bei der Gestaltung der weiteren Räume gelassen: So können die Wohnungsgrundrisse mit wenigen tragenden Wänden auch an zukünftige Nutzungen flexibel angepasst werden. Um fließende Übergänge von Innen und Außen herzustellen, wurde die Rückseite des Hauses vollständig verglast und mit großzügigen Balkonen und Terrassen ausgestattet – im Erd- und Dachgeschoss wurden dabei dreiteilige, elektronisch gesteuerte Smallframe-Schiebefenster ohne sichtbares Bodenprofil verbaut. Als KfW Effizienzhaus 55 verfügt das Gebäude über eine Wärmepumpe, Photovoltaik und eine KNX-Gebäudesteuerung.

www.krausarchitekten.de

Fotos:
Marius im Brahm
www.mariusimbrahm.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 01|25)

Nothing found.

Im Geist Des Ortes

Behutsame Sanierung der Nord-Ost-Kirche schafft neue Präsenz und moderne Standards

Erweiterung mit Fuge

Ein Wohnhaus im Düsseldorfer Süden öffnet sich durch einen Anbau in den Garten

Räumliche Einheit

Gestaltungskonzept für eine Radiologiepraxis kreiert eine wohnliche Atmosphäre

Denkmal mit viel Potenzial

Transformation des Essener Colosseums in einen modernen und in die Zukunft gerichteten Ort

Nothing found.

_MG_7381_15_700pixel

Baden unter Sternen

Ein Dachausbau kreiert vollkommen neue Raum- und Lichterlebnisse

Hochhaus am Stiel

Das Deutschlandfunk-Hochhaus im Marienburger Norden ist nun ein Denkmal

DJI_0805_fin_15_700pixel

Erweiterung den Hang hinab

Trotz Nachverdichtung bleibt die Aussicht für alle erhalten

Spagat gelungen

Aufstockung setzt auf Bauen im Dialog mit dem Bestand aus den 1960er-Jahren

Modal-Concept-No-27522_15_700pixel

Klar und funktional

Kristina Meyer setzt auf reduziertes Design und alltagstaugliche Produkte

Stanke-Interiordesign_06_19_700pixel

Spannungsvolle Wandlung

Eine Zahnarztpraxis wurde in eine offene Gartenwohnung umgebaut

Funktional und nachhaltig

Alexander von Dombois entwirft Möbel und Accessoires für den Alltag

211118-XantenerStr19-21-KalkarerStr10-12-060_15_700pixel

Angepasst auf allen Seiten

Lückenschluss und Nachverdichtung schaffen Wohnraum in gewachsener Umgebung