Acht Kilometer Hainbuchengrün

Die Fassade des Kö-Bogen II gibt neue Antworten zum Erhalt des Mikroklimas europäischer Städte

EP03601-0644_700px

Über 30.000 Einzelpflanzen bilden die Außenhaut des weitgehend fertiggestellten Kö-Bogen II des Düsseldorfer Architekturbüros ingenhoven architects. Das Geschäfts- und Bürogebäude, das städtebaulich eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Schadowstraße, Schauspielhaus und Hofgarten einnimmt, besitzt damit Europas größte Grünfassade. Dort, wo bis 2013 die Hochstraße des Tausendfüßlers den Stadtraum dominierte, rückt heute der Hofgarten wieder in das Zentrum der Stadt.

Kompositorisch sind die begrünten, zueinander abgeschrägten Fassaden des Kö-Bogens der Land Art entlehnt. Sie lassen den neuen, topografisch konzipierten Gebäudekomplex in einer bewussten Unbestimmtheit zwischen Stadt und Park changieren. Indem sie einen dynamischen Zugang zum Gustaf-Gründgens-Platz bilden, eröffnen sie den freien Blick auf die Ikonen der Nachkriegsmoderne – die klare Strenge des Dreischeibenhauses von HPP und die beschwingte Leichtigkeit des Schauspielhauses von Bernhard Pfau, welches ingenhoven architects erst jüngst saniert hat. Der Kö-Bogen II antwortet mit zeitgenössischen Mitteln selbstbewusst, jedoch ohne in Konkurrenz zu den Nachbargebäuden zu treten.

Mit den zu allen Jahreszeiten laubhaltenden Hainbuchen wurde bewusst eine heimische Pflanzenart ausgewählt. Zusammen mit dem Botaniker Prof. Dr. Strauch von der Berliner Beuth Hochschule für Technik wurde ein umfassendes phytotechnologisches Konzept für die Gebäudebegrünung entwickelt. Die Pflanzen, die wie die Hecken eines neuzeitlichen Labyrinthgartens dicht an dicht über die Gebäudefassade und das Dach verlaufen, beeindrucken nicht nur allein wegen ihres ästhetischen Effekts – sie sind vielmehr integraler Bestandteil des Gebäudes und beeinflussen das Mikroklima der Stadt: So schirmt das Grün im Sommer die Sonnenstrahlen ab und reduziert somit den innerstädtischen Wärmeeffekt. Es bindet zudem Kohlendioxid, speichert Feuchtigkeit, dämpft Lärm und in der Luft befindlichen Staub und fördert auch die Biodiversität. Der ökologische Nutzen der Hainbuchen lässt sich mit dem von rund 80 ausgewachsenen Laubbäumen äquivalent setzen. Die ambitionierte Gebäudebegrünung stellt somit eine zeitgenössische Antwort der Städte auf den Klimawandel in den hiesigen Breiten dar.

www.ingenhovenarchitects.com

Fotos:

HGEsch
www.hgesch.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 02|20)

Nothing found.

Lichtdurchflutete Arbeitswelt

Hocheffizientes Bürogebäude in der Maxvorstadt

Gelungene Überführung

Der Umbau eines ehemaligen Wochenendhauses begeistert die Bauherrin

Individualität im System

Grundschule verbindet Planungs- und Fertigungseffizienz mit zeitgemäßer Gestaltung

Harmonie mit Liebe zum Detail

Farbkonzepte und Kunstobjekte für ansprechende Praxisräume in Moabit

Nothing found.

DSC_5999_15_700pixel

Individuelle Note für jeden Raum

Innenraumgestaltung, die alle Zimmer in den Fokus rückt

_SIM6760-Kopie_15_700pixel

Inszenierung ist alles

Ein umfassendes Beleuchtungskonzept setzt Besonderheiten der Architektur in Szene

200227_BV_ST_Gi-r_Str_Exterior_Kamera_5_bearb_700pixel

Spiegelbild der Umgebung

Zwei neue Stadthäuser in Kaiserswerth

Ubisoft_Office_I9A4121_19_700pixel

Kreatives new work

Der Standort eines Spieleentwicklers in Flingern-Nord lässt keine Raumwünsche offen

Bentley-Bentayga-Hybrid-09_19_700pixel

Willkommen in der Zukunft

Mit dem EXP 100 GT und dem Bentayga Hybrid zeigt Bentley den Weg in die E-Mobilität

mh384942_pp_2_cmyk_15_700pixel

Grafental Meets White City

Es entsteht der Eindruck einer organisch gewachsenen städtischen Struktur, in der jedes Haus zudem einen eigenen Charakter aufweist.

002-5838-Behrendt-und-Rausch_19_700pixel

Einladend auf zwei Niveaus

Die neue Toni-Turek-Realschule in Stockum bietet großzügige Innen- und Außenräume

Marktplatz_Willich_BENNER_005_15_700pixel

Das Wohnzimmer der Stadt

Die Umgestaltung des Marktplatzes von Willich besticht durch Reduktion und Flexibilität