Bereit für die Zukunft

Ein Verwaltungssitz ist nachhaltig im Material und multifunktional in seiner Raumstruktur

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Auf über 32 Jahre Erfahrung im Möbel- und Innenausbau und als Generalunternehmer blicken Schumann Project und die Möbelwerkstätte Gert Schumann in Altenkirchen im Westerwald zurück. Für die wachsenden Unternehmen war der bisherige Firmensitz zu klein geworden. Der Bau eines neuen Büro- und Verwaltungsgebäudes wurde nötig – praktisch gelegen auf einem angrenzenden Grundstück in einem Gewerbegebiet. Der Entwurf blieb dafür in der Familie: Ben Schumann, Sohn des Firmengesellschafters und angehender Architekt, entwickelte noch während des Architekturstudiums einen zukunftsfähigen Holzbau, der über die aktuellen Raumbedürfnisse hinausgehend ausreichend viel räumliche Flexibilität garantiert.

So entstand auf zwei Etagen und insgesamt 600 m² Nutzfläche eine neue, multifunktionale Arbeits- und Kreativfläche. Der freie Grundriss und die großen Spannweiten der Holzbauweise erzeugen dabei ein lichtes, freundlich anmutendes Großraumbüro, das sich flexibel über leichte Textilvorhänge in getrennte Nutzungsbereiche zonieren lässt – etwa in gemeinschaftlichen Tischtafeln, Besprechungsräume, aber auch kreative Rückzugsorte. Im Obergeschoss ergibt sich eine großzügige Ausstellungs- und Eventfläche mit integrierter Tribüne. Der freie Grundriss und die bereits vorinstallierte Gebäudetechnik legen den Grundstein einer möglichen späteren Erweiterung als Bürofläche. Der Innenraum wird dabei von großen Brettsperrholzplatten optisch geprägt. Die tragenden Wände und gezielt gesetzten Stützen dienen als Auflager der raumstrukturierenden Unterzüge. Letztere gliedern auch die Fassade, die jeweils aus einem großzügigen Holz-Aluminium-Fenster und seitlich angeordneten Lüftungsflügel elementiert wurde. Das Lichtkonzept mit schmalen, deckenmontierten LED-Leisten und hängenden Leuchtern von Sattler Lighting bietet eine flexibel abstimmbare Beleuchtung der Arbeitsplätze und Aufenthaltsbereiche. Das äußere Erscheinungsbild passt sich dem Charakter der industriell geprägten Nachbarbauten an. Das strikte Raster der tragenden Struktur gliedert die Fassade in umlaufend gleiche Elemente. Stehfalzscharen aus Zinkblech und Fensterelemente aus Aluminium erinnern an angrenzende Hallenbauten. Farblich abgehobene Textilscreens laden zu einem Einblick in das kreative Schaffen im Gebäudeinneren ein. Der nachhaltige Grundgedanke des Entwurfes wird schließlich durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach komplettiert, die den gesamten Strom für das Gebäude liefert, samt der Wärmepumpe, die sowohl das Heizen als auch Kühlen des Gebäudes übernimmt. Ähnlich effizient gestaltete sich auch die Bauzeit des Gebäudes: Vom ersten Spatenstich bis zum Einzug vergingen dank des hohen Grades an Vorfertigung der Holzbauweise lediglich fünf Monate.

www.schumann-ak.de

Fotos:
Ben Schumann

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 02|22)

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