Schwäbisches Understatement

Wohnhaus am Hang interpretiert Historie modern und zeigt eigenständigen Charakter

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Auf den ersten Blick erscheint das kompakte und schlichte Wohnhaus mit seinem Satteldach wie selbstverständlich in der umgebenden Hangbebauung. Und entspricht mit seinem von den „Stuttgarter Kaffeemühlen“ inspirierten Stil sogar den Anforderungen der Württembergischen Bauordnung aus dem Jahr 1920. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, wie Fuchs Wacker Architekten den Baustil in den Details und der Materialität modern interpretieren. Das Dach ist mit Aluplatten verkleidet, die Farben sind dezent gewählt und die Fassade Ton in Ton mit möglichst wenigen Materialwechseln angelegt. Einfache Putzflächen bilden die Tradition ab. Ihr unauffälliger Farbton wurde auch auf die Alufensterrahmen übertragen, wodurch das Haus zeitlos modern wirkt. Zur Straße hin kommuniziert es mit einem verglasten Einschnitt in der zurückhaltenden Fassade, der sich vom Erdgeschoss bis ins Dach entwickelt. Ein Sichtschutz aus Lamellen filtert die Ein- und Ausblicke. Mit ihren unterschiedlichen Abmessungen sorgen die Lamellen für ein schönes Licht- und Schattenspiel.

Die Bauherren, eine Familie, wünschten sich mehr Platz, vor allem für zwei Homeoffice-Bereiche, ein zusätzliches Kinderzimmer sowie ein separates Kinderbad. Wichtig für die Architektursprache war den Bauherren vor allem Zurückhaltung – eher Understatement als Auffälligkeit. Bei der Umsetzung des Raumprogramms zeigte sich die Ausrichtung des 1.500 m² großen Grundstücks als Herausforderung: Aussicht gibt es an der Nordseite, die Südseite ist zur Straße orientiert. Einerseits möchte man sich zur Sonne ausrichten und die Aussicht genießen, aber gleichzeitig Privatheit im Garten leben. Daher legten die Architekten den Koch- und Essbereich auf die Aussichtsseite, die morgens Sonne bekommt. Der Wohnbereich nutzt beide Seiten, so sind sowohl die Südsonne als auch die Aussicht im Raum erlebbar. An beiden Seiten sind Terrassen vorgelagert. Im Garten am Hang geht die Terrasse stufenweise in den Poolbereich über. Erschlossen ist das Wohnhaus von Süden, begleitet von der Garage für zwei Pkws. Auf der 420 m² umfassenden Wohnfläche verteilen sich die Funktionen über drei Geschosse. Im Inneren des Gebäudes setzt sich die Materialität der äußeren Erscheinung fort: Ton in Ton zeigen sich der Bodenbelag, Fliesen, Wandfarben etc. Alle individuellen Einbauten wie die Küche, Schränke und Waschtische in den Bädern sind vom Schreiner gefertigt und eingebaut. Beheizt wird das Wohnhaus über einen Luft-Wärmetauscher, der Strom wird über ein Blockheizkraftwerk gewonnen. Die feststehenden Lamellen sowie vertikale Raffstores verschatten die Glasflächen.

www.fuchswacker.de

Wohnfläche: 420 m²
Grundstücksgröße: 1.533 m²
Bauzeit: 18 Monate
Bauweise: Massiv
Energiekonzept: Blockheizkraftwerk, automatische Verschattung über KNX-System

(Erschienen in CUBE Stuttgart 04|20)

Architekten:

Fuchs Wacker Architekten
www.fuchswacker.de

Dach:

Wolf  
www.wolf-bedachungen-fassaden-holzbau.de

Garten:

Otto Arnold  
www.ottoarnoldgmbh.de

Naturstein:

Karl Körner  
www.karl-koerner.de

Pool:

SHS Schmierer
www.schwimmbad-schmierer.de

Farben und Putz:

Maler & Stuckateur Lehmann
www.maler-lehmann.com
Sto
www.sto.de

Schreinerarbeiten, Türen, Küche:

Höller
www.hoeller.com

Verglasung:

Wagner
www.metallbau-wagner.de

Fenster:

Wicona
www.wicona.com

Leuchten:

Pulpo
Sattler
Wever & Ducré
Delta Light
Bega

Heizung:

Vaillant
www.vaillant.de

Schalter, KNX, Homeserver:

Gira
www.gira.de

Küchentechnik:

Miele
www.miele.de

Armaturen:

Vola
www.vola.com

Sanitärkeramik:

Mutina Ceramica  
www.mutina.it

Möbel:

Freifrau
ClassiCon

Fotos:

Johannes Vogt
www.johannesvogt.de

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