Im Flow mit der Landschaft

Eine Villa im Bergischen Land überzeugt durch ihre Raumkomposition und die Details

_0008607-OKE-gras-x_46_700pixel

Allein die Grundstückssuche gestaltete sich nicht einfach – denn die Bauherren wollten nicht nur für ihre Villa einen möglichst großen Garten, sondern auch einen unmittelbaren Sichtkontakt in die bergische Naturlandschaft. Maximale Tageslichtausnutzung, ein repräsentativer Zugangs- und Eingangsbereich, aber auch ein großzügiger Koch-Ess- und Wohnraum, der den regelmäßig einkehrenden Gästen des Hauses den Aufenthalt so angenehm wie möglich macht, ließ die Liste möglicher Grundstücke weiter schrumpfen. Am Ende fanden die beauftragten Coenen Sättele Architekten aus Maastricht in einem Neubaugebiet drei kleine Grundstücke, die sich relativ einfach durch eine Änderung des Bebauungsplanes zu einem weitläufigen Baugrund vereinigen ließen. 

Nachdem das Grundstück einmal gefunden war, ergab sich die Architektur fast wie von selbst: Während sich die Eingangsfront eher verschlossen, dank des repräsentativen Doppelgeschossfensters aber dennoch einladend zeigt, öffnet sich das Haus gartenseitig nach Süden und Südwest mit einer Geste größtmöglicher Offenheit: Die transparente, gleichsam mit verschattenden Balkons und Dachauskragungen versehene Fassade zeichnet eine fließende, mäandrierende Linie nach, die Dynamik und Lebensfreude ausstrahlt und zugleich eine Vielzahl von Aussichten in die Landschaft eröffnet. Der gesamte Wohnbereich und alle Schlafräume der Familie wurden ebenfalls mit größtmöglicher Offenheit zum Außenraum hin orientiert, ohne dass sie von außen einsehbar wären. Zentraler Scharnierpunkt im Inneren sind die freihängende, filigrane Treppe und die über zwei Etagen geführte Eingangshalle. Die daran anknüpfenden Räume werden auf beiden Etagen als ein fließendes Raumkontinuum erlebt. Belichtung und künstliche Beleuchtung, Schiebe- und Pivot-Türen aber auch minimalistische Details wie flächenbündige Sockelleisten verstärken diesen Raumeffekt besonders. Maßangefertigte, semitransparente Lamellenwände aus Eichenholz und Glas, wie sie etwa zur Separierung von Fitnessbereich und Arbeitszimmer genutzt werden, tragen ihrerseits dazu bei, dass dieser Fluss nicht unterbrochen wird. Eine reduzierte, sehr hochwertige und natürliche Materialwahl unterstreicht die Architektur in ihren Intentionen, ohne sie zu sehr zu dominieren. So wird Travertin nicht nur in den Sockelzonen der Putzfassade verwendet, sondern – innen und außen verbindend – flächendeckend auch für Terrassen, Zufahrt und die Bäder. Besondere Akzente setzen der Einsatz von Granit Belvedere in der Küche und erlesenem Estremoz-Marmor im Elternbad als markante Kulisse für die freistehende Badewanne von Agape. Der Infinity Pool, den sich die Bauherren erst während des Rohbaus wünschten, widerspricht ganz bewusst der Konvention des Schwimmbad-Türkis: Seine dunkelgrünen Fliesen lassen Garten, Haus und Pool umso intensiver mit der Landschaft verschmelzen.

www.coenensaettele.com

Wohnfläche: 352 m²
Grundstücksgröße: 2.997 m²
Bauzeit: 2014–2018
Bauweise: Massivbauweise aus Poroton, Blockziegeln (ohne WDVS)
Energiekonzept: Fußbodenheizung, Heiz-/Kühldecken, Wärmepumpe/Erdsonden, Sonnenschutz außen

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|19)

Architekten:

Coenen Sättele Architekten
www.coenensaettele.com

Elektro:

Bremicker Elektrotechnik
www.bremicker.de

Installateur:

BK Kocher Heizung Sanitär
www.kocher-wiehl.de

Treppe:

Gießelbach
www.giesselbach.de
Glasbau Pritz
www.glasbau-pritz.de

Geländer:

mkv – Metallbau Klein
www.mkv-klein.de
Fassade:
BSS Metallbau – Schiffsausbau
www.bss-lemgo.de

Naturstein:

Traco Deutsche Travertin Werke
www.traco.de

Leuchten:

Flos
www.flos.com
Occhio
www.occhio.de

Schwimmbad:

Riviera Pool
www.rivierapool.com
Schwimmbad & Sauna Trömpert
www.troempert.eu

Fotos:

Arthur Bagen

Nothing found.

Harmonie mit Liebe zum Detail

Farbkonzepte und Kunstobjekte für ansprechende Praxisräume in Moabit

Wohnraum durch Wandel

Verblüffende Metamorphose – vom „Diskreten Haus“ zum mehrgeschossigen Wohnhaus

Nachhaltig mit Konsequenz

Ein Klimaunternehmen setzt auf Flexibilität und wiederverwendbare Materialien

Hanseatische Identität in gebranntem Ton

Die Renaissance der Klinkerarchitektur

Nothing found.

Von innen nach außen fließend

Ein Wohnhaus verbindet sich mit der Landschaft zu einem Erlebnisraum

PLASTISCH eingefügt

Plastisch eingefügt

Eine Wohnanlage in Nippes vermittelt zwischen Straße und Stadtrandgrün

AWK-21-06-Guido-Erbring-69_RET_O-A2_15_700pixel

Grüne Metamorphose

Die Revitalisierung einer Brache in Deutz schafft sportliche Begegnungsangebote und Biodiversität

Vom Barock inspiriert

Vom Barock inspiriert

Eine Maisonette im Rheinauhafen setzt auf Blickperspektiven und Farbopulenz

_16A9458_15_700pixel

Wohnen mit Anschluss

Eine Baugruppe in Ehrenfeld kreiert ihren eigenen Raumorganismus zwischen Alt und Neu

01_SFA_KoelnClouth_LisaFarkas_7492_700pixel

Plastisch artikuliert

Ein langer Wohnblock im Clouth Quartier besticht durch seine differenzierte Fassadengestaltung

_JGF2077b_15_700pixel

Neues in Altes eingepasst

Die bewusst zurückhaltende Gestaltung lenkt den Blick auf die Kunst und den Rhein

Kompakt und fließend

Ein Mehrfamilienhaus im Kölner Westen schafft auf wenig Grundfläche großzügiges Wohnen