Das Wesentliche betonen

Durch Besinnung auf alte Werte zeigt ein Mehrgeschossbau klares Profil

brandenburger_MG_5714_b_15_700pixel

Bauten aus den 1950er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden meist schnell errichtet. Sie zeugen vom enormen Bedarf an Wohn- und Arbeitsraum nach dem Krieg und auch vom Wirtschaftswunder. Moderne Bauten aus Stahlbeton, deren gerasterte Fassaden für eine rasche Bauweise und zugleich für flexible Nutzungsmöglichkeiten sprechen. Auch das Zinzendorf-Haus in unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom zeigt diese Qualitäten. Kein Wunder also, dass der Evangelische Kirchenverband Köln und Region als Besitzer des zuletzt leer stehenden Bürogebäudes eine neue Nutzung wünschte. Eine, die mit den Aufgaben der Diakonie verbunden ist. So entstand aus dem Bürogebäude nach Entwürfen des Architekturbüros Bergblau ein Mehrfamilienhaus, in dem Geflüchtete ein neues Zuhause finden.

Wenngleich das markante Eckgebäude nicht denkmalgeschützt ist, wollten Bauherr und Architekten doch die prägenden Stilelemente erhalten. Die Fassade mit ihrem roh belassenen Bügelträger im Erdgeschoss, den hinter Travertin verborgenen Stützen und Trägern aus Stahlbeton und dem Sichtmauerwerk erstrahlt nach einer Grundreinigung in neuem Glanz. Das dunkle Anthrazit der Fensterrahmen, Türen und Brüstungsfelder betont die alten Elemente. Travertin und dunkler Stahl ziehen auch im Innenraum die Blicke auf sich. Die alte Treppe mit ihren filigranen Geländerstreben haben die Architekten erhalten und mit Ausfachungen aus lackiertem Stahl ergänzt. „Wir wollten den Stil der Entstehungszeit des Hauses Bewohnern und Besuchern erfahrbar machen“, beschreibt Architekt Hadi Hand.

Erfahrbar wird im Innenraum vor allem, wie großzügiger Wohnraum in einem ehemaligen Bürogebäude entstehen kann. Die kleinteilige Struktur wurde gänzlich aufgelöst, bis nur noch die tragende Konstruktion stand. Bereit für neue Grundrisssituationen. Im Erdgeschoss haben jetzt neben einer Wohnung Räume für Kinder- und Sozialbetreuung sowie für den Sicherheitsdienst Platz. In den Geschossen darüber sind weitere zwölf Wohneinheiten entstanden, die mit ihren zwei, drei oder vier Zimmern Familien, Paare oder Singles aufnehmen. Großzügigkeit entsteht auch durch die dunklen Einbauten, die sich dezent zurücknehmen. So macht sich das Leben jetzt breit, wo früher Schreibtische standen.

www.bergblau.com

Fotos:

Axel Hartmann

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 01|20)

Nothing found.

Gekonnte Inszenierung

Besonderes Design für die 50. Filiale einer Bäckerei rückt die Ware in den Mittelpunkt

Klar gefasste Einheit

Der Erweiterungsbau führt das bestehende Schulensemble räumlich und funktional weiter

Nachhaltig & zeitgemäss

Wohnungsbau verbindet Alt und Neu sowie Wirtschaftlichkeit und eine attraktive Gestaltung

Neu nach Strich und Faden

Industriedenkmal transformiert zum Gewerbe- und Bürostandort

Nothing found.

Bauernhof wird Feriendomizil

Umbaumaßnahmen verbinden alte Gebäudeteile mit neuen Ideen

Klassische Metamorphose

Eine Doppelhaushälfte in Dellbrück wurde saniert und erweitert

Harmonische Balance

Modernes, inspirierendes Design mit zeitgemäßer Ästhetik für eine Zahnarztpraxis

IMG_3058u-ber_19_700pixel

Wie aus Bauklötzen gefügt

Eine Kita in Bonn besticht durch ihre auf den Ort abgestimmte und doch modulare Konzeption

Attraktiver Wohnraum

Neuer Wohnkomplex mit integrierter Kindertagesstätte in Frechen

_AD55994_15_700pixel

Lust auf Sturmfrei?

Über den Dächern von Köln ist Raum für besondere Events aller Art

DAM_Boehm100_Neviges_Nonnenwallfahrt_von_der_Ropp_15_700pixel

Ein genialer Bauplastiker

Der Architekt Gottfried Böhm wird 100 Jahre alt