Baden unter Sternen

Ein Dachausbau kreiert vollkommen neue Raum- und Lichterlebnisse

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Dachausbauten vergrößern nicht nur die Wohnfläche eines Hauses – sie können dem Haus auch einen ganz neuen Raumcharakter verleihen. So wie bei diesem Einfamilienhaus der 1950er-Jahre, das in einem Wohngebiet von Bergisch-Gladbach steht. Außen prägten bauzeittypische klassische Architekturelemente das Erscheinungsbild des Hauses. Innen bestand der Wunsch der Bauherrenfamilie, sich mit dem Ausbau des Obergeschosses und des Daches einen neuen Lebensraum zu erschließen – innovativ, modern, großzügig geschnitten, mit mehr Tageslicht und intensiven Raumerlebnissen.

Die von den Bauherren direkt beauftragten Badtke Architekten aus Bergisch-Gladbach konzipierten und realisierten einen Umbau, der den Bestand und die zeitgenössischen Ergänzungen genau austariert. Neben der Statik des Daches entpuppte sich dabei der Umstand, dass das Haus während der Bauzeit im Erdgeschoss und Souterrain bewohnt blieb, als besondere Herausforderung. Die Architekten bauten das vorhandene Dach komplett zurück, unterzogen die Räume im Obergeschoss und im Spitzboden einer vollständigen Kernsanierung und entwickelten eine komplett neue Dachkonstruktion, die ebenso einfach wie raffiniert ist: Anstatt einen Aufbau auf das Dach zu setzen, wurde die Idee der Gaube quasi auf den Kopf gestellt: So ist ein Teil des Daches aufgeschnitten und wurde nach oben aufgeklappt. An den Seitenflächen wurde dieses neue Dachelement komplett mit transparenten Verglasungen versehen, was wiederum eine vollkommen neue Belichtungssituation in dem Baukörper entstehen lässt. Zusätzlich wurden weitere Öffnungen mit herkömmlichen Dachfenstern in das Dach geschnitten. Sowohl das Elternschlafzimmer, eine Ankleide und ein Bad befinden sich zusammen mit dem Kinderzimmer im umgebauten Obergeschoss. Klassische Materialien wie Massivholzparkett, auf Maß gefertigte Einbauschränke, aber auch Farbakzente verleihen den Räumen einen modernen und doch nicht zu kühlen Ton. Insbesondere das Kinderzimmer zeichnet sich durch eine collagenartig arrangierte Möbeltreppe aus, die hinauf zur obersten Ebene des früheren Spitzbodens führt. Durch den hohen Luftraum ergibt sich eine beeindruckende Raumperspektive bis in den Himmel. Aber auch die anderen Räumlichkeiten haben deutlich an Lichtqualität gewonnen, bestätigt Architekt Stefan Badtke: „Je nach Tageszeit entstehen durch den Lichteinfall die unterschiedlichsten Raumerlebnisse im Innern des Hauses – von aktivierender frühmorgendlicher Helligkeit bis zum Entspannungsbad im Sternenlicht.“

www.badtke.eu

Fotos:

Axel Hartmann Fotografie
www.ah-fotografie.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|20)

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