Drillinge auf Erfolgskurs

Sympathische Nachverdichtung in einer Wohnsiedlung

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Drei, von aussen bis aufs kleinste Detail gleiche Häuser stehen in Gauting im Südwesten Münchens. Im Innern weisen sie durchaus Unterschiede auf. Zwei haben eine Nord/Süd-Ausrichtung, das dritte steht dazwischen in West/Ost-Richtung. Zusammen mit drei Garagen bilden die Baukörper eine Art Gehöft, das einen Innenhof einschließt. 12 Personen leben hier auf die drei Einfamilienhäuser verteilt – zählt man die Katzen Pablo und Picasso nicht mit. Die Vorgeschichte des Ensembles beginnt beim ungewöhnlichen Modell der Bauherren. Bei diesen handelt es sich um die ehemaligen Wintersportler Anke und Gerhard Blöchl. Sie suchen Grundstücke und Architekten aus, die jeweils zum aktuellen Projekt passen. Im Fall der hier behandelten Drillinge fiel die Wahl auf das Architekturbüro Robert Maier aus Neuötting. Im Rahmen einer Nachverdichtung war ein Grundstück in Gauting neu bebaut worden. Wo sich einst ein Einfamilienhaus plus Pool und Garten befand, stehen nun die drei Gebäude – unübersehbar ganz in Schwarz. Es handelt sich um in Holzbauweise erstellte Häuser samt Garagen. Die hölzerne Ummantelung ist tief dunkelbraun, fast schwarz lasiert und die lose über die Fassaden verteilten Fenster bilden mit ihren hellen Rahmen aus Lärchenholz einen gelungenen Kontrast dazu. Der Architekt nannte das Ensemble „Schwarze Dreisamkeit“. Es fügt sich bestens in den Kontext des Wohnviertels ein. Drei junge Familien haben hier ein neues Zuhause gefunden. Die Häuser A, B und C stehen auf dem langen, aber relativ schmalen Grundstück hintereinander. Zu den Garagen gelangt man über eine asphaltierte Einfahrt. Haus A, nahe der Straße, bildet den Auftakt. Es positioniert sich quer zur Straße, eine Stirnseite schaut nach Nordosten und die andere nach Südwesten. Haus C bildet den hinteren Abschluss des Grundstücks und hat dieselbe Ausrichtung. Dazwischen liegen Haus B und die Garagen, die sich an Haus B anschließen. Die Hauseingänge sind vom Zufahrtssträßchen zu erreichen. Auf der Rückseite besitzt jedes der drei Objekte einen Gartenanteil. Im kleinen Vorhof steht ein – noch – kleiner Baum auf einem Podest. Die Erdgeschosse der zweietagigen Immobilien wirken proportional niedriger. Betritt man die Häuser, wird klar warum: Vom ebenerdigen Zugang führen gleich nach dem Eingangsbereich zwei Stufen tiefer zum Küchen-, Ess- und Wohnbereich. Eine gläserne, raumhohe Wand mit Schiebetüren erhellt das gesamte Erdgeschoss und bietet die Möglichkeit, in der warmen Jahreszeit den Wohnbereich in den Garten zu erweitern. Auch der Lichthof, der sich über die gesamte Höhe erstreckt, sorgt zusätzlich für Helligkeit im Innern. Jedes der Häuser hat eine Wohnfläche von ca. 170 m². Im ersten Obergeschoss liegen die Schlafräume und die Bäder. Unter dem flachen Satteldach hat sogar noch ein zweites Obergeschoss Platz, z. B. für Gäste sowie für Arbeits- oder Hobbyräume. Böden, Treppen und teilweise auch Wandverschalungen sind ebenfalls aus heller Eiche. Die Energieversorgung und Heizung erfolgen per Luftwäremepumpe mit Fussbodenheizung. Architekt Robert Maier hat für dieses nachhaltige Wohnkonzept bereits zahlreiche Auszeichnungen bekommen, zuletzt den Internationalen Architekturpreis „Best Architects“ des Jahres 2023.

www.rm-architekten.com

Wohnfläche: je 170 m²
Grundstücksgröße: 1.400 m²
Bauzeit: 2019–2020
Bauweise: Holzrahmenbau
Energiekonzept: Luftwäremepupe mit Fussbodenheizung

Fotos:

Cordula deBloeme
www.corduladebloeme.com

(Erschienen in CUBE München 03|23)

Architektur:

Robert Maier Architekten
www.rm-architekten.com

Heizung, Lüftung, Saniär und Elektro:

Spirkl
www.spirkl.de

Außenanlagen:

Schneider Pflasterbau
www.schneider-pflasterbau.de

Toranlagen:

Ruku Tore + Türen
www.ruku.info

Parkett:

Reinhard Moosleitner
www.moosleitner-parkett.de

Fliesenarbeiten:

Fliesen Majer
www.fliesen-majer.de

Möbelschreinerei:

Sigrüner Schreinerei
www.schreiner-tischler.de

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