Alte Substanz neu geordnet

Eine Villa in Bad Honnef wurde denkmalgerecht saniert und modernisiert

Der Traum war fast zu schön, um wahr zu sein: eine Doppelhaus-Villa, die sich als Eckhaus zur Strasse in einem grünen Viertel von Bad Honnef exponiert– mit Mansarddach, neoklassizistischen Spitzgauben, verzierten Pilastern und einem Wintergarten, der sich zum baumbestandenen Garten hin öffnet. Entsprechend litt das denkmalgeschützte Anwesen, das im Jahr vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges erbaut worden war, dann auch unter jahrzehntelangem Sanierungsstau. Die beauftragten lutz architekten aus Bad Honnef entwickelten einen Sanierungs- und Umbauplan, der die Bestimmungen des Denkmalschutzes mit den modernen Raumwünschen und Nutzungsanforderungen der vierköpfigen Familie in Einklang bringt.

Das Bauherrenpaar wollte die abgetrennte Küche im Erdgeschoss großzügig zu den Wohnräumen öffnen. Außerdem sollten die beiden oberen Etagen so ausgebaut werden, dass eine geschossweise Trennung von Eltern- und Kinderbereich möglich wird. Vor allem das bereits ausgebaute Dachgeschoss musste daher komplett neu geordnet werden: Erst auf diese Weise ließ sich der Bauherrenwunsch nach einem großzügigen Masterbad mit Saunakabine umsetzen. Die größten Herausforderungen stellte allerdings die Fassade dar: Aufgrund der dekorativen Putzornamente und der vielfach geteilten Fenster konnte hier eine energetische Sanierung nur in engster Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde erfolgen. Beide Obergeschosse erhielten dabei eine Klimaanlage, die geschickt in der Fassade verborgen werden konnte. Im Inneren wurden bei der Sanierung bewusst alle Holzböden, Innentüren und Beschläge erhalten, sorgsam aufgearbeitet und repariert. Die Fliesen im Treppenhaus, die aus den 1980er-Jahren stammten, wurden dagegen durch ornamentierte Zementfliesen ersetzt. Während in den Obergeschossen die alten Gussheizkörper erhalten blieben, wurden im Erdgeschoss eine Fußbodenheizung und ein markanter neuer Kamin installiert, der mit seinem grauen Sockelblock behutsam den Raum akzentuiert. Der Küchenblock aus grauem Marmor nimmt diese Farbgebung weiter auf. Auch bei der Wandgestaltung wählte die Bauherrin bewusst Farben aus, die sich zurückhaltend dem Gebäude anpassen. Die neu installierte Haustechnik ist durch eine Free@home-Steuerung aufgewertet worden, die auch die Alarmanlage einbindet.

www.lutzarchitekten.de

Fotos:
Jan Wengenroth
www.wengenroth-photodesign.com

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 02|24)

Innenarchitektur:

lutz architekten
www.lutzarchitekten.de

Innentüren, Bodenbelag:

Anton Bahles
www.bahles.de

Fliesen:

Sonntag und Chacon
www.mosaikprofis.de

Fenster:

Markus Schöneseifen
www.schreinerei-schoeneseifen.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Gerwing Söhne
www.gerwing-soehne.de

Elektro und Licht:

Enzinger Elektro
www.elektro-enzinger.de

Malerarbeiten:

Malermeister Ferdi Weber
www.ferdi-weber.de

Sauna:

Nordö
www.nordoe.de

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