Stadtsimulation

Geschosswohnungsbauten im urbanen Look

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Im Nordosten Münchens, umringt von den Stadtteilen Herzogpark, Oberföhring, Johanneskirchen und Englschalking liegt der Prinz-Eugen-Park, einer der ehemaligen Kasernenareale, die inzwischen in Wohnquartiere umgewandelt wurden. Der neue Wohnpark umfasst 29,7 Hektar. Nach Abriss der militärischen Bauten sollten dort ab 2011 gut 4.000 Menschen ein neues Zuhause finden und dafür 1.800 Wohnungen entstehen. Der Park ist geteilt in einen westlichen Teil mit urbaner Bebauung und einen östlichen Teil mit kleinformatiger Bebauung, die sogenannte ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise.

Bei einem eingeladenen Wettbewerb 2015 gewann das Architekturbüro AllesWirdGut Wien/München den 1. Preis für die beiden Parzellen am oberen nordöstlichen Rand des Siedlungsgebietes. Für die städtische Wohnbaugesellschaft Gewofag planten die Architekten den Neubau von vier Gebäuden auf zwei Grundstücken am nördlichen Quartierseingang direkt an der Cosimastraße. Nördlich und südlich der Ruth-Drexel-Straße wurden bis 2019 261 Wohneinheiten im geförderten Wohnungsbau und auch ein Anteil freifinanzierter Wohnungen realisiert. Hinzu kamen zwei Kindertageseinrichtungen für 110 Kinder. In den vier Komplexen gibt es 40 Ein-, 97 Zwei-, 41 Drei-, 47 Vier-, 30 Fünf- bis Sechs- und sechs Sieben- bis Achtzimmerwohnungen. Alle vier Gebäude haben eine L-förmige Gestalt und stehen – zwei kleinere nördlich, zwei größere südlich – so versetzt gegeneinander, dass sie jeweils einen Innenhof bilden, begrünt von den Landschaftsarchitekten Club L94 aus Köln.

Die Entwurfsidee der Architekt:innen gleicht „einem Regal, das Ordnung schafft“, wie sie selbst formulieren. Das heißt, die Fassaden mit ihren gleichförmig angeordneten unterschiedlich großen Fensteröffnungen schaffen ein ruhiges Bild. Beton- und Klinkerfassaden wechseln sich ab: Auf ein weiß verputztes Fassadenteil folgt ein rostrotes, das mit Klinkerriemchen verkleidet ist. So entsteht an den Außenseiten der Eindruck schmaler aneinandergereihter heterogener Einzelhäuser, die eine Stadtlandschaft bilden. An den dem Innenhof zugewandten Seiten der Gebäude gibt es ein wechselvolles Farbenspiel durch die unterschiedlich gestrichenen tiefen Einschnitte der erweiterten Treppenhäuser, die sich zu offenen Terrassen ausbilden und als Kommunikationsflächen dienen. Sie wirken wie Lichthöfe nach innen und bieten sich gleichzeitig für lebendige Vielfalt an, die die Bewohner:innen selbst schaffen können.

www.awg.at

Fotos:

tschinkersten fotografie/AllesWirdGut Architektur
www.tschinkersten.com

(Erschienen in CUBE München 04|22)

Architekten:

AllesWirdGut
www.awg.at

Außenanlagen:

club L94 Landschaftsarchitekten
www.clubl94.de

Elektro:

W-Plan Ingenieurebüro
www.wplan.eu

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Feil + Semmelmann
www.gtechnik.de

Schreinerei:

Schreinerei Hegerl
www.hegerl.de

Klinker:

FaBö
www.faboe.com

Profilbauglas (Fassade):

Metz
www.metz-gmbh.net
Glasfabrik Lamberts
www.lamberts.info

Tore:

Käuferle
www.kaeuferle.de

Fußmatten:

Scheybal
www.scheybal.com

Heizkörper:

Kermi
www.kermi.de

Fliesen:

Villeroy & Boch
www.villeroy-boch.de
Agrob Buchtal
www.agrob-buchtal.de

Linoleum:

Forbo Flooring
www.forbo.com

Naturstein:

F. X. Rauch
www.fx-rauch.de

Fenster, Pfosten-Riegel-Fassade:

Schüco
www.schueco.com

Türen:

Herholz
www.herholz.de

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