Zu neuem Leben erweckt

Teile des ehemaligen Diamalt-Geländes wurden einer neuen Nutzung zugeführt

Ein Stück Industriegeschichte endete 1994 in München-Allach, als die Diamalt-Werke wegen Unrentabilität endgültig ihre Tore schlossen. Nach Jahren des Leerstands entschied sich die Stadt, das brachliegende Gelände als Mischgebiet für Wohnungsbau und Gewerbe zu nutzen. 2022 wurde der „Diamalt-Park“ eingeweiht, der 720 neue Wohnungen sowie Gewerbeflächen umfasst. Ein großer Teil der alten Industriegebäude, die nicht unter Denkmalschutz standen, musste abgerissen werden, da die Bausubstanz nicht erhaltenswert war. 2020 erwarb die Optima-Aegidius-Firmengruppe die südliche Parzelle des „Diamalt-Parks“, eingefasst durch die denkmalgeschützten Bestandsgebäude der ehemaligen historischen Produktions- und Werkhallen, bekannt als „Suppenwürze und Werkstätten-Gebäude“.

An dieser Stelle ist nun mit dem „The Malt“ ein innovativer Loft-Campus entstanden. Für den Umbau und die Revitalisierung war die Münchner Architektin Mira Kashani verantwortlich. Erhalt und die Wiederbelebung des Industriedenkmals standen zwar im Vordergrund, doch laut der Architektin ging es nicht primär ums Konservieren. Vielmehr sollte eine neue Nutzung für das Ensemble geschaffen werden, damit es nachhaltig weiterleben kann. Die Transformation vom zerfallenden Industriegelände zu einem hochmodernen Büro-und Industrieloft ist gelungen. Dabei waren die baulichen Herausforderungen enorm: Durch den langen Leerstand verschärften sich Schäden wie eine teilweise verbrannte Dachkonstruktion, Hausschwamm-Befall und beschädigte, nicht tragfähige Fundamente. Die erfahrene Architektin betreute über Jahre hinweg die Sanierung und Umbauplanung sowie die Innenarchitektur.

Nach dem Umbau umfasst das Ensemble von „The Malt“ nun neben den Bürolofts 20 Wohnungen, darunter auch Werkswohnungen, eine großzügige Kindertagesstätte und Eventflächen mit einer Größe von 1.500 m², die das gesamte Quartier deutlich aufwerten. Zusätzlich entstand ein soziales Projekt: eine Fahrradwerkstatt auf Initiative des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks München.

Der steinerne Quartiersplatz bietet mit begrünten Hochbeeten und Bäumen, eingefasst durch die alten Industriegebäude und den Wohnriegel, eine urbane Mitte des gesamten Quartiers. Innen galt der Anspruch, den alten Industriecharme zu bewahren, etwa genietete Stützen und Unterzüge aus Stahl, gepaart mit modernen Akzenten und Materialien – „Gutes Design ist, wenn der Raum mit seinem Charakter und Wesen wahrnehmbar bleibt“, erklärt Mira Kashani.

m.kasha​ni@mkp-architects.com

Fotos:
Edzard Probst
www.derfotograf.de

(Erschienen in CUBE München 01|26)

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