Stimmige Lichtinszenierung

Das Metronom Theater in Oberhausen erstrahlt in neuem Glanz

Als das Metronom Theater am Rande des Centro Oberhausen 1999 eröffnete, schien eine glänzende Laufbahn als Musical-Spielstätte vorprogrammiert. Nach zahlreichen Produktionen blieben die Türen mit Beginn der Coronapandemie jedoch geschlossen. Vier Jahre später sollte der leerstehende Bau unter neuer Regie wiederbelebt werden. Semmel Concerts zogen das Lichtplanungsbüro Andres + Partner hinzu, das in dem 1.700 Plätze fassenden Theater in einem engen Zeitplan von knapp drei Monaten ein zeitgemäßes und raffiniertes Beleuchtungssystem installierte. Das Haus wird nun als präzise, hell und atmosphärisch wahrgenommen.

Die bereits vorhandenen Strukturen – der nachtblau schimmernde Teppich im Foyer, die geschwungenen Treppenläufe und die imposanten Säulen mit Kapitellen, die wie abstrahierte Baumkronen wirken – blieben zentrale Elemente, erfuhren durch die neue Lichtführung jedoch eine grundlegende Veränderung. Geschwungene, umlaufende Voutenbänder folgen den großformatigen Rundungen, markieren Übergänge und schaffen eine klare Hierarchie zwischen Bewegung, Aufenthalt und Orientierung. Besonders prägnant ist die großflächige Wand aus unterschiedlich langen Holzleisten am Haupteingang; deren Relief kommt durch gezielte Beleuchtung erst jetzt richtig zur Geltung. Atmosphärisch wird es in den Bar- und Loungebereichen. Speziell für das Projekt entwickelte und maßgefertigte Circle-Lichtringe aus gebürstetem Aluminium schweben über runden Tischen und bündeln die warmen Materialien der Innenarchitektur an zentralen Treffpunkten. Die Farbgebung und die Oberflächenstruktur des Gehäuses hatten bei der Bemusterung so beeindruckt, dass diese Farbe für einzelne weitere Bronze-Elemente im Projekt aufgegriffen wurde. In anderen Aufenthaltsbereichen verdichten sich mehrere kreisförmige, sich überlappende Leuchten zu einer Deckenlandschaft. 1,3 Kilometer LED-Stripes bilden das Herzstück der Beleuchtung und ziehen wie feine Linien durch das Gebäude. Je nach Deckenaufbau sind Downlights rund oder quadratisch sowie in unterschiedlichen Lichtstärken angeordnet, um Übergänge zwischen einzelnen Bereichen sanft zu staffeln. Für gezielte Akzentuierungen kommen integrierte Strahler zum Einsatz, die aufgrund des homogenen Erscheinungsbilds dieselben LED-Chips wie die Downlights verwenden. Zur präzisen Steuerung der Lichtszenen wurden eigens Plug- and-Play-Boxen entwickelt, die in die bestehende Infrastruktur des DMX-gesteuerten Bühnenhauses eingebunden wurden.

www.andres-lichtplanung.de

Fotos:
Mark Wohlrab/Bega
www.mark-wohlrab.de
Stapelbroek GmbH
www.stapelbroek.com

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|26)

Lichtplanung:
Andres + Partner
www.andres-lichtplanung.de
Leuchten:
Trilux
www.trilux.com
Bega
www.bega.com
Sattler
www.sattler-lighting.com

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