Nachhaltig und flexibel

Neubau des Schulzentrums Stockbrünnele in Böblingen vereint zwei Schulen unter einem Dach

Am westlichen Stadtrand von Böblingen entstand ein Schulgebäude mit einem bemerkenswerten Nachhaltigkeitskonzept. Zentraler Aspekt, im Hinblick auf den Lebenszyklus des Bauwerks, ist der Einsatz von weitgehend unbehandeltem Holz. Durch die so erleichterte Rückbaubarkeit kann das Gebäude langfristig als Rohstofflager dienen und ermöglicht einen geschlossenen Materialkreislauf. Die Verwendung von regionalem Holz leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Wertschöpfung und Ressourceneffizienz.

Das von BFK architekten geplante Schulgebäude schließt sich als Schulzentrum Stockbrünnele an Bestandsbauten (Doppelsporthalle, Jugendhaus) auf dem Schulgelände an und bietet Platz für rund 750 Schüler:innen. Das Nutzungskonzept wurde in enger Abstimmung mit der Bauherrschaft sowie Nutzervertretern der Friedrich-Schiller-Realschule und der Theodor-Heuss-Werkrealschule entwickelt und an die Anforderung beider Schulen angepasst. Die Klassenräume wurden L-förmig angeordnet und bilden einen gemeinsamen Innenhof. Der Innenhof mit im Erdgeschoss angrenzender Schülermensa lässt beide Schulen in diesem Bereich verschmelzen und bietet einen Ort für Austausch und Kommunikation aller Schüler:innen. Neben 45 Fachräumen – darunter Musikräume, Lehrküchen und Naturwissenschaftsbereiche – bieten begrünte Loggien und der Dachgarten im 4. Obergeschoss Raum für Kommunikation, Lernen und Rückzug. Ein Schulgarten nahe den Lehrküchen und ein multifunktionaler Werkhof zwischen Neubau und Bestandsmensa erweitern die pädagogischen Möglichkeiten auch im Außenraum.

Das Tragwerk ist als Hybridkonstruktion aus Stahlbeton und Massivholz realisiert: Das Sockel- und das Erdgeschoss sowie die Treppenhauskerne bestehen aus Stahlbeton. Die darüberliegenden Geschosse wurden in Massivholzbauweise konstruiert. In den Obergeschossen wurde außerdem ein Stützen-Unterzug-System aus Baubuche mit Brettschichtholzdecken umgesetzt. Die Außenhülle präsentiert sich als vorgehängte, hinterlüftete Fassade aus Lärchenholz mit vertikaler Struktur, die dem großen Bauvolumen eine warme, natürliche Wirkung verleiht. Brüstungen aus Brettschichtholz dienen als Überzüge und Auflager für Decken. Das kompakte Volumen wird durch Rücksprünge und Einschnitte aufgelockert, insbesondere in den oberen Geschossen. Die Klassenräume verfügen über großzügige Elementfenster aus Holz-Aluminium und einen schienengeführten textilen Sonnenschutz. Im Erdgeschoss sorgt eine bodentiefe Verglasung für lichtdurchflutete Räume.

Wand- und Deckenelemente wurden weitestgehend in der Werkhalle vorgefertigt. Es wurde ein umfassendes Montagekonzept entwickelt, das einen sehr hohen Vorfertigungsgrad gewerkeübergreifend ermöglichte und so die Gesamtbauzeit deutlich verkürzte. Dass der Holzbau in dieser Gebäudeklasse 5 (Schule/Versammlungsstätte) möglich wurde, ist Ergebnis intensiver Planungsprozesse. In einer eigens für dieses Projekt initiierten „Holzbau-Runde“ wurde mit allen Ämtern, Planern und dem Bauherrn im Vorfeld regelmäßige Abstimmungen zum Brandschutz getroffen, wodurch eine vorhabenbezogene Bauartgenehmigung erwirkt werden konnte. Eine Fassadenbegrünung verleiht dem Neubau eine eigene Identität und leistet einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz.

www.bfk-architekten.de

Fotos:
Achim Birnbaum
www.achimbirnbaum.eu

(Erschienen in CUBE Stuttgart 01|26)

Architektur:

BFK architekten
www.bfk-architekten.de

Tragwerksplanung:

Baustatik Relling
www.baustatikrelling.de

TGA-Fachplanung:

ibp knauszentner
www.knaus-zentner.de

Landschaftsarchitektur:

Planungsgruppe Stahlecker
www.stahlecker-planungsgruppe.de

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