Großzügige Wohnhalle
Ein Wohnhaus in Holzbauweise kombiniert weitläufige Ausblicke mit ausgeprägten Deckenhöhen
Das Grundstück in einer gewachsenen Wohnsiedlung in Siegburg war über drei Jahrzehnte als Garten und Freizeitfläche genutzt worden. Die Nord-Südlage mit Blick auf die Abtei Michaelsberg machte es für eine Bebauung attraktiv. Der Bauherr wünschte sich ein hallenartiges, in Holzbauweise konzipiertes Gebäude, das sich großzügig zu den Außenbereichen öffnet. Jan Tenbücken, Architekt aus Köln, plante ein zweigeschossiges Wohnhaus, dessen zwei grenzständig angeordnete Garagen den Garten klar von der Straße trennen. Eine noch zu installierende Sichtschutz- und Toranlage sowie schattenspendende Bäume sollen das Grundstück zukünftig vor Einblicken schützen.
Die Außenhülle entstand in Holzrahmenbauweise und erhielt eine ökologische Zellulose-Einblas- und Holzfaserdämmung. Das Fassadenbild wird von einer vertikalen, hinterlüfteten Boden-Deckelschalung aus unbehandeltem Lärchenholz in drei unterschiedlichen Profilbreiten geprägt. Großzügige Fensterformate und Türen in Holz-Alu-Konstruktion ermöglichen vielseitigen Tageslichteinfall sowie klare Blick- und Wegebezüge zu den Außenbereichen und angrenzenden Terrassen. Für ausreichenden Sonnenschutz sorgt an großformatigen Fenstern ein Raffstore-Lamellensystem. Um den hallenartigen Charakter des Hauses zu betonen, verfügt das Erdgeschoss über eine lichte Deckenhöhe von 3,80 Meter – aber auch das Obergeschoss liegt bei rund 3,20 Meter lichter Höhe. Verstärkt durch raumbildende Unterzüge konnte im Erdgeschoss ein offener Wohnraum mit fließend ineinander übergehenden Koch-/Ess- und Wohnbereichen entstehen. Zwei massive Stahlbetonwände verstärken das Erdgeschoss dabei zusätzlich. Eine großformatige Verglasung mit Doppelflügeltür bietet gartenseitig einen direkten Bezug zum Außenraum und Ausblicke zur Abtei. Das zentrale offene Treppenhaus wird durch zwei Flachdachfenster belichtet und belüftet. Die Holzwangenkonstruktion der zentralen Treppe mit massiven Eichenholzstufen nimmt – analog zu den Unterzügen – die unterschiedlichen Winkel des Hauses auf und verknüpft so den Treppenraum spannungsvoll mit dem Wohnbereich. Im Obergeschoss befinden sich drei Schlafzimmer mit zwei Bädern, eine Dachterrasse sowie ein Hauswirtschaftsraum. Ein durchgehendes dunkles Eichenparkett verläuft durch sämtliche Wohnräume bis in den Treppenbereich hinein. Alle Wandflächen sind dagegen mit einer hellen Sperrholzplatte aus Seekiefer verkleidet, die je nach Bereich unterschiedlich behandelt wurde. Die Badezimmer und WC-Bereiche zeigen farbige, fugenlose Betonspachtelungen und hochwertige Sanitärobjekte in mattem Schwarz. Energetisch setzt das Haus auf eine Luftwärmepumpe, die sowohl die Fußbodenheizung als auch einen Pufferspeicher für Warmwasser speist. Eine PV-Anlage zur Unterstützung der Haustechnik soll das Energiekonzept des Hauses zukünftig ergänzen.
Fotos:
Martin Scherag
www.martinscherag.de
(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|25)
