Ort der Begegnung
Das neue Pfarrheim Mariä Himmelfahrt in Miesbach prägt ein Kontrast aus Modernität und Tradition
Das Erzbischöfliche Ordinariat München lobte einen Architektenwettbewerb für das neue Pfarrheim in Miesbach aus, nachdem ein Gutachten ergeben hatte, dass das vormalige Gebäude aus dem Jahr 1928, nicht mehr erhaltenswert war. Olufemi Moser Architekten aus München konnten den Wettbewerb für sich entscheiden. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde das neue Pfarrheim Mariä Himmelfahrt 2023 eingeweiht.
Das moderne dreigeschossige Gebäude aus Stahlbeton liegt an einem Hang nahe dem Zentrum von Miesbach. Um alle Nutzungen des Pfarrheims – Treffpunkt der Gemeinde und vieler anderer kirchennaher Vereine in Miesbach – unterzubringen, ohne das Volumen allzu groß werden zu lassen, wurde ein Flachdachbaukörper von Osten in das Satteldachgebäude hineingeschoben. Dieser Kniff erwies sich als mehrfach günstig: Es entstand ein großzügiger Platz zum Hang hin, der auch vom angrenzenden Kindergarten mitgenutzt wird. Ein dezenter Dachüberstand, bodentiefe Fenster und ein minimal nach innen abgesetzter Sockel lassen die Fassade lebendig wirken. Die historische Statue des Heiligen Josef mit Jesuskind hat einen prominenten Platz an der Westfassade des Hauses erhalten und schafft einen Kontrast aus Modernität und Tradition. Das Haus greift die Formen der umliegenden Bauten mit Giebeln und Kanten auf. Im Inneren empfängt eine helle, freundliche Atmosphäre. Hochwertige Materialien wie Eichenparkett und Holzfenster, sowie Jurakalksteinplatten in den Gängen prägen das Innere. Die Farbpalette orientiert sich an Weiß, Grau und Holztönen. Durch Einbauten und Sitznischen aus Holz wirkt das Haus mit seinen insgesamt 600 m² Nutzfläche klar und aufgeräumt. Mittelpunkt ist der große Pfarrsaal im Flachdachkubus des 1. Obergeschosses, der sich in zwei Säle (Maria und Josef) teilen lässt. In den weiteren Geschossen befinden sich kleinere Räume: Im Erdgeschoss liegt ein Jugend- sowie ein Meditationsraum, im 2. Obergeschoss drei weitere Veranstaltungsräume. Alle Etagen haben Zugang ins Freie. Erschlossen werden sie durch geräumige und lichtdurchflutete Flure sowie Foyers, durch ein Treppenhaus sowie einen barrierefreien Aufzug. Beheizt wird das Pfarrheim, das nicht unterkellert ist, über eine Holzpelletheizung; die Gebäudehülle ist mit Porenbetonstein gedämmt.
Das neue Gebäude erfreut sich großer Beliebtheit in der Gemeinde, vor allem wegen der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und der freundlichen Atmosphäre.
Fotos:
Rainer Taepper
www.rainertaepper.com
(Erschienen in CUBE München 04|25)
