Architektur wird Instrument

Aufstockung in Holzbauweise ergänzt bestehendes Ensemble ohne zu dominieren

Dieser neue Kammermusiksaal ist in Deutschland der erste seiner Art: Denn ein solche Saal in Holzbauweise, als Aufstockung eines bestehenden Ensembles, wurde hierzulande noch nicht umgesetzt. Diesen progressiven Weg des Bauens wünschten sich die Auftraggeber von mamuth Architekten, die „Walther & Sibylle Kalkhof-Rose Stiftung“. Denn sie wollten mit der Bauweise auch den Innovations- und Forschungsanspruch der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur unterstreichen.

Die Leitidee der Architekten war es, das bestehende Ensemble der Akademie architektonisch zu ergänzen, ohne es zu dominieren, das Gesamt­erscheinungsbild zu bereichern und einen harmonischen Dialog mit dem historischen Bestand und seiner Umgebung zu schaffen. Die Streckmetallfassade garantiert nicht nur Langlebigkeit, sondern fügt sich auch farblich nahtlos in das bestehende Ensemble ein. Beste Klangqualität hatte aber natürlich immer Priorität. Die Architekten haben die Aufstockung konstruktiv vollständig in Holzbauweise geplant: aus ökologischen Gründen, der hohen Vorfertigungsmöglichkeit und der geringen Auflast für den Bestand. Aus Brandschutzgründen überspannt lediglich eine Spannbetondecke die bestehende Saalnutzung im Erdgeschoss. Die größte Herausforderung bestand in der geringen baulichen Masse des Holzbaus, was Grundsätzen des Konzertbaus widerspricht. Doch durch die Zusammenarbeit mit dem Konzertakustikspezialisten Jochen Veith wurde das „akustische Schwingen“ des Baukörpers genutzt, um einen großen Klangkörper zu schaffen – der Saal selbst wird zum Instrument. Umfangreiche Simulationen und bauliche Mock-ups stellten sicher, dass die akustische Qualität höchsten Ansprüchen genügt.

Bei Auftritten spielt neben der Akustik auch die Beleuchtung eine wichtige Rolle und diese bietet hier Künstlern und Beleuchtungsmeistern ein breites Spektrum: von der Bedarfsbeleuchtung über Künstlerspots bis hin zur atmosphärischen Konzertbeleuchtung. Der Saal ist zudem vollmedial ausgestattet, was eine Echtzeitübertragung von Konzerten ermöglicht. Der Steinway-Spirio-Flügel kann dabei Konzerte aus aller Welt in Echtzeit auf das Klavier übertragen und den Tastenanschlag der Künstler aufzeichnen. „Mit diesem schön dimensionierten Saal wird die Akademie zukünftig einen weiteren Ort für Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen haben und so ihre Sichtbarkeit nach außen verstärken können“, sagte die inzwischen verstorbene Stifterin Sibylle Kalkhof-Rose über die Aufstockung der Akademie – die auch ein Geschenk an die Stadt Mainz ist. Um den idealen Standort für dieses Geschenk zu finden, hatte die Stiftung mamuth Architekten im Vorfeld mit vier Machbarkeitsstudien beauftragt.

www.mamuth.net

Fotos:
Seweryn Żelazny
www.sewerynzelazny.com
Jochen Veith
Astrid Garth
www.astrid-garth.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 03|24)

Architektur:
mamuth
www.mamuth.net
Holzbau:
Ochs
www.ochs.eu
Leuchten:
Treppenhaus:
Cordula Kafka
www.cordulakafka.de
Saal:
LTS
www.lts-light.com
Schalter und
KNX-Gebäudeautomation:
Gira
www.gira.de

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