Architektur
Wien
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Interior
Wien
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Garten
Wien
Themen
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Spezial
Wien
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen

Schöne Aussichten für alle

Das Cobenzl ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Um Wien herum gibt es viele schöne Orte, die einen Ausflug lohnen. Einer davon liegt in Döbling,... mehr

Um Wien herum gibt es viele schöne Orte, die einen Ausflug lohnen. Einer davon liegt in Döbling, umgeben von Grün und Natur. Die Rede ist vom Cobenzl, der eigentlich Latisberg heißt. Sein Beiname geht auf Graf Johann Philipp Cobenzl zurück, der im achtzehnten Jahrhundert einen vorgelagerten Berg gekauft hatte. Der Ausflugsort war bei der Wiener Bevölkerung beliebt, geriet dennoch immer mehr in Vergessenheit und fiel in einen Dornröschenschlaf. Aus diesem hat ihn nun eine Arbeitsgemeinschaft aus Realarchitektur und Mostlikely Architecture geweckt.

Behutsam legten sie den Bestand von 1908 frei. Die dreistöckige Meierei und die acht Meter hohe Kuppel im Kuppelsaal konnten erhalten werden. Zwei weitere Gebäude wurden zurückgebaut und durch Neubauten ersetzt. Sie nehmen die geschwungene Form des Vorhandenen auf, ergänzen sie zu einem kompositorischen Gesamtwerk. Weit auskragende Dächer, getragen von grazilen Säulen, spenden Schutz vor Sonne und Regen. Die leicht anmutenden Gebäude sind durch weitläufige Terrassen verbunden. Auf der langgestreckten Terrasse des Cafés weht ein Hauch von Riviera, wozu auch die charakteristischen Leuchten, vor allem aber die Anordnung der Bänke, mit Blick in die Landschaft, beitragen. Die Aussichtsplattform auf dem zweigeschossigen Café ist frei zugänglich. Im Zuge der Sanierung des Geländes wurden in der 12.000 m² großen Parklandschaft neue Bäume und Gräser gepflanzt und ein Gartenkonzept für die ganzjährige Nutzung umgesetzt. So kann der Blick zu jeder Jahreszeit über eine üppig gestaltete Kulturlandschaft schweifen.

Vor allem in den kühlen Wintermonaten kommt das ausgeklügelte Raumkonzept zur Geltung. Sichtachsen lenken die Blicke durch die Gebäude, definieren Bühnen, inszenieren Ausblicke. Dies gelingt auch, weil die notwendigen Technik- und Funktionsräume, Aufzüge, Lager und Küchen unten untergebracht werden konnten. So bleibt oben rundum Platz für das schöne Leben. An legendäre Traditionen anknüpfend – immerhin tanzten im Cobenzl einst Berühmtheiten wie Romy Schneider und Alain Delon – laden die neue Panoramabar oder der restaurierte Kuppelsaal zu glamourösen Feiern ein. Orte, die bestens für die Legendenbildung vorbereitet sind. Orte, an denen alte Erinnerungen aufleben, und neue geschaffen werden.

www.realarchitektur.de
www.mostlikely.at


Fotos: 

Mato Johannik
www.studiomato.com

(Erschienen in CUBE Wien 03|23)