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Vorbildhaft

Siebengeschossiges Büro- und Gewerbegebäude in Hybridbauweise

Die Westspitze ist eine der ersten Büro- und Gewerbebauten dieser Größenordnung in Deutschland,... mehr

Die Westspitze ist eine der ersten Büro- und Gewerbebauten dieser Größenordnung in Deutschland, die in Holzhybridbauweise umgesetzt wurde. Rund 20 Prozent kostete die innovative und nachhaltige Bauweise im Vergleich zu einem herkömmlichen Gebäude mehr. So waren die Planungsleistungen deutlich aufwendiger und das Planungsbüro a+r Architekten konnte kaum auf Standardlösungen zugreifen. Alle Beteiligten trugen die Mehrkosten der ökologischen Qualität – nicht zuletzt, da Mietinteressenten immer mehr Wert auf Arbeitsräume in zukunftsfähigen Büro- und Gewerbebauten legen.

Zu Beginn des Entwurfs sahen sich die Architekten des in warmen Erdtönen schimmernden „Turms“ vor eine ganze Reihe an Herausforderungen gestellt. Angefangen bei der Form des Grundstücks: ein schiefwinkliges Feld. Geeignet für ein effizientes Holz- bzw. Holzbeton­tragwerk sind vor allem rechtwinklige Grundrisse mit mäßig großen Spannweiten. So bedurfte es einer individuellen Lösung: Ein Betonsockel – verblendet mit dunklen Klinkern – und ein dreieckiger Stahlbetonkern im Inneren, der das Treppenhaus und die Aufzüge in sich aufnimmt. Dieser Kern sorgt für eine hinreichende Aussteifung und ermöglicht es, rechteckige Holzdeckenelemente anzuschließen. Nach Wunsch der Bauherrin sollte die Photovoltaikanlage in die Fassade integriert und diese ästhetisch anspruchsvoll gestaltet werden, also nicht zu technisch wirken. Die Architekten wählten farbig beschichtete Elemente, die in eine vorgehängte Fassade aus pulverbeschichteten Aluminiumblechen integriert wurden. Je nach Lichteinfall changiert die Oberfläche farblich. Die gesamte Fassadengeometrie wurde exakt auf die Anforderungen des Holztragwerks abgestimmt. Insgesamt wurden in Außenwand und Decke ca. 1.100 m³ Massivholz von heimischen Fichten aus dem Nordschwarzwald und Oberschwaben verbaut. Stahl und Beton wurden nur so weit wie nötig eingesetzt.

Im Inneren mit rund 4.500 m² Gewerbefläche empfangen vertikale Gärten mit Regenwaldpflanzen die Nutzer und Besucher auf jeder Ebene. Sie verbreiten eine angenehme Gewächshausatmosphäre. Die Holzverbundbauweise an der Unterseite der Decken ist teilweise sichtbar belassen, ebenso die Holzstützen entlang der Fassade. Raumhohe Verglasungen lassen viel Tageslicht in die Räume und schaffen ein Gefühl von Weite. Ein großer Saal im Erdgeschoss bietet vielfältige Optionen für Kongresse, Events und jede Art von Kulturveranstaltungen. Auf der siebten Etage steht eine Dachterrasse allen Mietern zur Verfügung. Von hier aus genießt man einen beeindruckenden Rundumblick. Im Rücken der Westspitze entstanden nach dem Entwurf von den Architekten ein Wohnquartier mit 106 Wohnungen unterschiedlicher Größe, ein Supermarkt sowie eine weitere Gewerbeeinheit.

www.ackermann-raff.de

Fotos:

Brigida González
www.brigidagonzalez.de

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|21)

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