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Stadt weitergebaut

Neues Ensemble an der EZB schafft mehr Wohnraum als ursprünglich vorgesehen

Seit Anfang der 2000er-Jahre erlebt das Ostend einen tiefgreifenden Wandel. Sichtbarster... mehr

Seit Anfang der 2000er-Jahre erlebt das Ostend einen tiefgreifenden Wandel. Sichtbarster Ausdruck dieses Prozesses: Die Doppeltürme der Europäischen Zentralbank (EZB), die die ehemalige Großmarkthalle von Martin Elsässer integrieren. Direkt gegenüber dem Haupteingang zur EZB setzt ein Wohnbauprojekt von Stefan Forster Architekten den Wandel fort.

Das Gebäudeensemble besteht aus einer Gruppe von vier Stadthäusern – davon zwei Bauten aus der Gründerzeit, die aufwendig saniert wurden und zu beiden Seiten von je einem Neubau flankiert werden. Dem Entwurf der Architekten lag der Gedanke der europäischen Stadt mit parzellierten, immer etwas anders gestalteten und zugleich identifizierbaren Einzelhäusern zugrunde. So übernehmen die Neubauten etwa die Traufhöhe der Altbauten und das Motiv des Mittelgiebels.

Mit dieser Bauaufgabe knüpfte das Frankfurter Architekturbüro an zwei weitere, früher realisierte Wohnhäuser an der Nord- bzw. Westseite desselben Straßenblocks an. Das auf dem Gelände einer ehemaligen Kfz-Werkstatt errichtete Wohnhaus Windeckstraße schließt dabei mit seinen markant-verklinkerten Loggien und Balkonen unmittelbar an das neue Eckhaus an, dem durch seine exponierte Lage eine besondere Bedeutung zukommt. Mit seiner Materialität, den Sprossenfenstern und der profilierten Fassade bezieht sich der rötlich-braune Klinkerbau auf die 1928 errichtetete Großmarkthalle von Martin Elsässer, die mit ihrer Verbindung aus Expressionismus und neuer Sachlichkeit zu den wichtigsten Monumentalbauten der klassischen Moderne in Frankfurt zählt. Insbesondere die gläsernen, mit Gesimsen gegliederten Erker sind als Referenz an die Gestaltung der Treppenhäuser an den Kopfbauten der Großmarkthalle zu verstehen. „Das Wohnprojekt Sonnemannstraße zählt zu den wenigen Projekten im Ostend, die im tradierten städtebaulichen Maßstab Bezüge zu unterschiedlichen Phasen der Stadtgeschichte aufweisen: vom Historismus bis zur klassischen Moderne, von der Gründerzeit bis zur Gegenwart“, erläutert Stefan Forster.

Mit dem Vierer-Ensemble sind auch 35 hochwertige Eigentumswohnungen und ein Café an der Ecke entstanden. Dabei sah die Stadtplanung nicht immer vor, dass auf dem Eckgrundstück Wohnraum entstehen sollte, auch wenn sich links der Altbauten eine Brache befand und rechts von ihnen ein nur zweigeschossiges Gebäude. Laut Fluchtlinienplan der 1960er-Jahre sollte das Eckgrundstück an Windeck- und Sonnemannstraße ursprünglich eine Straßenverbreiterung ermöglichen. Erst als der Projektentwickler „Quartier East“ eine aufwendige Sanierung der unbewohnten und abbruchreifen Altbauten in Aussicht stellte, wurden die Pläne geändert.

www.sfa.de

Fotos:

Lisa Farkas
www.lisafarkas.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|21)

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