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Symphonie in Schwarz

Selten geworden: Ein luxuriöses Einfamilienhaus in der Hauptstadt

Symphonie in Schwarz
Untergeschoss
Symphonie in Schwarz
Erdgeschoss
Symphonie in Schwarz
Obergeschoss
Eine seltene Kategorie bei Neubauten in Berlin ist das klassische Einfamilienhaus. In der... mehr

Eine seltene Kategorie bei Neubauten in Berlin ist das klassische Einfamilienhaus. In der Großstadt gibt es keine Flächen für des Deutschen liebstes Sehnsuchtswohnprojekt. Wer sich diesen Traum erfüllen will, muss aufs Land ziehen, oder das Glück haben, am Stadtrand der großen Städte noch ein Grundstück zu ergattern. So wie bei diesem prachtvollen Anwesen im Katharinenseeviertel in Berlin. Auf einem großzügigen Grundstück hat das Hamburger Büro Beissert + Gruss Architekten ein monolithisches Wohnhaus realisiert. Neben dem alten Baumbestand, der den Ort wesentlich prägt, stand der einzigartige, unverbaubare Blick über weite Felder im Vordergrund. Er stellte sich zuletzt als entwurfsprägend dar. Somit entstand ein schwarzer, scharfkantiger Solitär, der mit seinen klaren Geometrien einen deutlichen gestalterischen wie funktionalen Kontrast zur sanft geschwungenen Landschaft schafft.

Auf zwei Ebenen steht den Bewohnern eine offene und luftige Wohnfläche von 450 m² zur Verfügung. Ein offener Grundriss lässt die Räume ineinander überfließen und die Grenzen zwischen den einzelnen den Räumen zugeordneten Nutzungen verschwinden. Diese fließende Verbindung im Innenraum setzt sich zudem über die Fassade hinweg fort. Aufgrund der großzügig verglasten und öffenbaren Fassade verzahnt sich der Innenraum mit der oben beschriebenen landschaftlich wertvollen Außenwelt. Die großen, teilweise bodentief eingelassenen Fensterflächen ermöglichen dabei einen maximalen Bezug zur Natur mit nahtlosem Übergang zwischen innen und außen. In Teilen ist dieser Übergangsbereich durch das auskragende Gebäudevolumen integrativ überdacht, sodass ein ambivalenter Zwischenbereich entsteht, der Raum für Aufenthalt im Freien bietet, ohne zu sehr der Witterung ausgesetzt zu sein. Um den Nutzerinnen und Nutzern auch vom Erdgeschoss aus eine optimierte Aussicht zu bieten, ruht der Neubau auf einem leicht erhöhten Sockel. Dieser bindet auf der einen Seite an die Straßenebene an und verzahnt sich dort unauffällig mit der Landschaft. An der straßenabgewandten und auf die Landschaft ausgerichteten Gebäudehälfte formt er gleichzeitig eine große Außenterrasse, die zudem einen Pool integriert. Dieser Pool war schon Protagonist der „Deadlines“-Serie auf ZDFneo, in der eine der Hauptdarstellerinnen an diesem Ort ihren fiktiven Hauptwohnsitz findet. Ein markantes Detail der Architektur sind die beiden tiefen Volumenausschnitte im Erdgeschoss, die straßenseitig den Eingangsbereich und rückseitig die Außenterrasse definieren. Im Zusammenspiel mit der dunklen, schieferbekleideten Fassade und den flächenbündig eingelassenen und schwarz profilierten Fensteröffnungen wurde eine charakteristische Optik mit zurückhaltend-eleganter Ausstrahlung erreicht. Die sogenannte dynamische Deckung mittels heterogenen Natursteintafeln ermöglicht eine schuppenartige Haut, die je nach Witterung mal nass, mal trocken, mal reflektierend, mal absorbierend unterschiedlichste Glanzgrade mit sich bringt. Ebenso hochwertig gestaltet präsentiert sich auch der Innenraum des schwarzen Hauses. Im Erdgeschoss entstand ein fließendes Raumkontinuum mit Wohnzimmer, Küche und Essbereich. Dieser Essbereich bildet das doppelgeschossige Zentrum des Gebäudes, das vom Obergeschoss aus durch Massivholzlamellen gefilterte Sichtbeziehungen zwischen den Ebenen ermöglicht. Die kontrastreiche Gestaltung mit hellen Sichtestrichböden, holzvertäfelten Wänden und der ganz in Schwarz gehaltenen Küche betont dabei den kraftvoll-materialbetonten Charakter der Architektur. Im Obergeschoss des Neubaus stehen zusätzlich die privaten Schlafräume sowie ein Arbeitszimmer zur Verfügung. Auch hier legten die Planer Wert auf eine zeitlose und hochwertig ausgeführte Gestaltung.

www.beissertgruss.de

Wohnfläche: 450 m²
Grundstücksgröße: 1.250 m²
Bauzeit: 2019–2021
Bauweise: Stahlbetonrohbau mit Schieferfassade
Energiekonzept: Hybridkonzept aus fossilen und erneuerbaren Energien

Fotos:

Viktor Strasse
www.viktorstrasse.de

(Erschienen in CUBE Berlin 02|22)