Naturarchitektur

Ein unkomplizierter, pflegeleichter Garten, nachhaltig und insektenfreundlich mit einem ansprechenden Design.

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Wie so oft beim Hausbau kommt der Garten manchmal erst später dran. So auch bei Familie Kolb: 2011 hatten sie ein ambitioniertes Haus gebaut, das bereits in Fachmagazinen präsentiert wurde. Im zweiten Schritt sollte auch der Garten eine zum Haus passende Identität bekommen. Für die Umsetzung des Vorhabens wandte sich die Familie an Benjamin Klotz von Klotz garten & exterieur. Jetzt ist der Garten ein Erlebnis- oder Entspannungsort für die Familie, aber auch ein Ort, um mit den Kunden des im Haus gelegenen Architekturbüros Gespräche im Freien zu führen. Ganz „nebenbei“ ist er auch noch ein unkomplizierter, pflegeleichter Garten, nachhaltig und insektenfreundlich mit einem ansprechenden Design.

Die Gartenspezialisten arbeiteten hier mit ihrem ganz eigenen Konzept unter dem Motto „Naturchitektur“ – die Verbindung von Architektur und faszinierender Natur. Unter diesem Aspekt wurden sehr spannende Bereiche gestaltet, darunter einige, die nun Büro und Privat perfekt in Einklang bringen. So wurde die Wegeführung im unteren Gartenbereich asymmetrisch angeordnet, wodurch spannende und blickgeschützte Bereiche entstanden, die immer wieder neu entdeckt werden können. Eine starke, schützende Felsformation am Eck und ein kleiner Paravent aus Eichenstämmen mit einer Kletterhortensie trennen die Arbeit vom Vergnügen und bieten dezenten und natürlichen Schutz. Ein toter Olivenbaum aus einer Baumschule in der Nähe wird dekorativ mit einem Blauregen überwachsen und wirkt wie eine Skulptur. Ein Gartenbereich erhielt einen kleinen Wassergarten mit einem aus Weidenreisig gebauten, rudimentären symbolischen Unterstand. Der Zufluss erinnert an eine Wasserrinne in den Alpen und trifft damit genau den Geschmack der Familie, die sich Erinnerungen an Urlaube in Südtirol gewünscht hatten. Dazu passt auch die Sitzbank unter einer knorrigen Eiche.

Der Garten „oben“, bislang eine langweilige und nicht einladende Rasenfläche, wurde mit riesigen Felsen als magische Anziehungselemente strukturiert. Zwischen den acht Tonnen schweren Brocken rücken ein Holzregal, davor eine Feuerschale sowie unterschiedlichste Pflanzen den nun als beliebten Sitzplatz der Familie genutzten Raum in den Vordergrund – und das farblich etwas dominante Nachbargebäude in den Hintergrund. Der Clou: Den oberen und unteren Garten verbindet eine Art „Klettersteig“ oder Pfad. Mancherorts versperren riesige Baumstämme den Weg und verbinden die Etagen spielerisch und natürlich. Wurzeln alter Bestandspflanzen durften bleiben und Wildkräuter wie Schachtelhalm, die hier schon immer wuchsen, wurden nicht bekämpft, sondern zu authentisch schönen Weggefährten im natürlichen Terrain.

www.klotz-garten.de
www.linie1-architekten.de

Fotos:

S. Kolb; B. Klotz

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|20)

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