Office mit „Marktplatz“

Ein Bürokonzept überzeugt mit interessanten Ideen für New Work

SM1297-07-Kopie_15_700pixel

Schon beim Eintreten in diese neue Bürowelt wird das Außergewöhnliche und Kreative dieses Entwurfs sichtbar: Aus Schreinerarbeiten auf Maß in Kombination mit vorgefertigten Elementen des Büromöbel-Spezialisten Steelcase entwickelte die Münchner Innenarchitektin Andrea Jaschke für einen Firmenverbund eine stylishe und praktikable Postverteilstation mit verschiedenen Ablagen und Schließfächern. Dunkelgraue Oberflächen bilden mit dem hellen Eichenholz eine perfekte Einheit. Das eigentliche Herzstück des Büros liegt weiter im Inneren der neugestalteten Officebereichs – doch dazu später mehr.

In einem revitalisierten Bürogebäude aus den 1990er-Jahren am Zamilapark im Münchner Osten entstand für die Deutsche Fachpflege Gruppe ein neues Officekonzept: Hier vereinen sich mehrere Firmen unter einem Dach. So waren nicht nur für den Empfang, sondern auch für die übrigen Bereiche neue Ideen gefragt. Etwa für das Kasino – seither gerne der „Marktplatz“ genannt – an dem alle Mitarbeiter der beteiligten Firmen zu Meetings oder etwa zum Lunch oder Kaffeepause zusammentreffen. Sogar das Chefbüro ist hier platziert worden, ganz bewusst als „gläserner Raum“. So wollte es die Firmenleitung, es sorgt so für beiderseitige Transparenz – keiner soll sich hinter verschlossenen Türen verstecken, schon gar nicht der Chef. Nicht ganz glücklich war die Architektin mit den Gegebenheiten – vor allem den blauen Fensterrahmen. Aber sie nahm es gelassen und kombinierte dazu ein Terracottarot an ausgewählten Wänden, das zu den Fußböden und der Decke aus grauem Beton einen interessanten, warmen Kontrast bietet. Um den Böden neuen Glanz zu verleihen, wurden sie geschliffen und mit Epoxidharz eingelassen. Die kugeligen Leuchten erzeugen Loftatmosphäre und haben auch noch eine ganz spezielle Funktion: Die normalerweise frei im Raum platzierten Achterholztische aus Eiche mit Stahlgestell können auch zu einer ganz langen „Tafel“ zusammengeschoben werden, sodass hier auch große Meetings stattfinden können. Speziell ist auch die Platzierung des Küchencounters in dem Raum – er wurde von der Architektin bewusst als „Stopper“ auf der langen Flucht nach hinten eingeschoben. In den Büros geht das innovative Konzept weiter: Teppiche mit einem grünen Feld in der Mitte schaffen positiv belegte „grüne Arbeitsinseln“, die dahinter angeschlossenen „Silent Boxes“ mit an Wartebänke in der U-Bahn erinnernden gepolsterten Sitzgelegenheiten in Currygelb bieten Platz für Meetings mit mehr Privatheit. Schließlich gibt es auch noch kleinere „Coworking Spaces“ – Einzelbüros, die niemandem speziell zugeordnet sind. Hier arbeitet es sich in einem fast wohnzimmerartigen Ambiente mit Schreibtisch, gemütlichem Sessel und Beistelltisch fast wie im Homeoffice.

www.innenarchitektur-jaschketsiolis.de

Fotos:

Stefan Müller-Naumann
www.architektur-fotograf-muenchen.de

(Erschienen in CUBE München 01|21)

Architekten:

Jaschke Tsiolis Innenarchitektur
www.innenarchitektur-jaschketsiolis.de

Möbel:

S+W Büro Raum Kultur
www.sundw.de

Küchen:

Schreinerei Vogl
www.vogl-schreinerei.de

Böden:

Urban&Hörtreiter
www.urban-hoertreiter.de

Licht:

Die Lichtidee
www.dielichtidee.de

Stühle:

Engelbrechts
www.engelbrechts.com

Nothing found.

Mit der Landschaft verbunden

Reversibler Monolith interpretiert die Typologie des Schwarzwaldhofs neu

Metamorphose der Akropolis

Aus der früheren Bundesbahndirektion in Wuppertal wird ein offenes Stadthaus

Ruhe, Wärme und Identität

Neues Innenraumkonzept verbindet Großzügigkeit mit Intimität

Schaukochen im Bestand

Eine frühere Großmetzgerei in Ehrenfeld wird zum Filmkochstudio

Nothing found.

Glanzvolle Reminiszenz

Umbau des Alpinen Museums in ein modernes Begegnungszentrum

Bahnerhaus in neuem Glanz

Im sanierten Haus Herzogstand trifft Historie auf moderne Energieeffizienz

Traditionell und Modern

Traditionell und Modern

Massivholzhaus ist der Publikumsliebling beim Rosenheimer Holzbaupreis

171027021_19_700pixel

Raststätte der Zukunft

Eine Tankstelle an der A 9 bietet ein innovatives Konzept und spektakuläre Architektur

Working on the Edge

Bestmögliche Raumlösungen für Kollaboration und Kommunikation

Von der Isar inspiriert

Ein neues Wohnensemble in der Au erhielt eine spannende Interior-Stilwelt

01-Ansicht-West-Eingang-3-Lieblingsfotos-dv-besonders-wichtig_15_700pixel

Architektonischer Gipfelsturm

Das ansteigende Gelände bedingt unterschiedliche Höhen des Mehrfamilienwohnhauses – mal drei‑, mal viergeschossig und verspringende Dächer.

Eighties dezent verjüngt

Ein Haus aus den Achtzigern – vorher etwas angestaubt – nachher hochglanzpoliert