Behutsam Umgewidmet

Das historische Gut Maarhausen bei Heumar ist heute ein attraktiver Firmenstandort

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Nicht nur Industriehallen eignen sich für den Umbau zu Büro- und Gewerbeflächen. Auch landwirtschaftlich genutzte Gebäude und Flächen am Stadtrand können einen inspirierenden Rahmen für Unternehmen und Betriebe abgeben. Das zeigt auf sehr gelungene Weise das vor einigen Jahren umgewidmete Gut Maarhausen im Süden Kölns unweit des Autobahnkreuzes Köln-Heumar. Das Kölner Architekturbüro trint + kreuder d.n.a. hat den denkmalgeschützten Gebäuden durch einen umsichtigen und behutsamen Umbau eine neue Perspektive gegeben.
 
 Die repräsentative Front des Gutes Maarhausen erstreckt sich mit ihrem monumentalen Eingangsportal entlang der Eiler Straße. Um den Innenhof gruppieren sich alle Haupt- und Nebengebäude. Bereits um 1300 wurde die Hofstätte erstmalig genannt – die Bausubstanz datiert aus der Frühen Neuzeit, vor allem aber aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In den 1920er Jahren war es die Unternehmerfamilie Mühlens, Eigentümerin und Produzentin der legendären Marke „4711 Echt Kölnisch Wasser“, die das Gut zum Wirtschaftshof für ihre Pferdezucht auf dem benachbarten Gestüts Röttgens umbauen ließ. Neubauten nach Plänen des Kölner Architekten Ludwig Pfaffendorf (1872-1949) ersetzten die westlichen Hofgebäude – wobei diese anfangs noch mit Holzdachstuhl und Putzfassade, später mit Stahlfachwerkträgern und Ziegelfassaden realisiert wurden. Nach längerem Leerstand wurde 2010 damit begonnen, das denkmalgeschützte Ensemble zu einem attraktiven, branchenübergreifenden Standort mit über 10.000 m² Büro- und Atelierflächen und Ausstellungsräumen zu transformieren. Die typologische und räumliche Vielfalt der vorhandenen Bausubstanz bot dafür ideale Ausgangsbedingungen. Zugleich mussten eine Reihe von Öffnungen in die Bausubstanz eingeschnitten werden, um den Anforderungen der neuen Nutzer zu entsprechen: In enger Kooperation mit der Denkmalbehörde wurden die Öffnungen in die Putzfassade eingeschnitten und mit Betonfertigteilen gerahmt oder einfach auch nur schlicht in das Ziegelmauerwerk hineingesetzt. Eine besondere Lösung kam bei den Dachstühlen zum Einsatz: Statt herkömmlicher Dachflächenfenster entwarfen die Architekten Lichtfelder, die von außen mit bündig sitzenden, horizontalen Lamellen aus dunkelgrauem Metall versehen sind. Von innen bewirkt das eine helle Belichtung und den Ausblick in den Himmel – von außen lässt es die Dächer aber weiterhin geschlossen wirken. Zugleich wurde das Tragwerk sichtbar belassen, indem die neuen Räume nur als Kuben eingestellt wurden.  Alte Tore und Portale wurden, wo immer möglich, integriert – sei es als Zugang zu einem neuen Freisitz, oder auch als äußere Eingangstür. Die beeindruckende bauliche Vielfalt des Gutes konnte erhalten und mit einer neuen Nutzung in die Jetztzeit geholt worden.

Fotos:

Christian Richters

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|22)

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