Städtebauliches Quartier
Ein Gebäudeensemble bildet den Auftakt zu einem neuen Quartier in Essen
In Frillendorf entwickelt die TÜV Nord Group einen gewachsenen Gewerbestandort schrittweise in einen zukunftsfähigen Technologiepark mit städtebaulicher Qualität. Das Areal ist verkehrsgünstig an die A 40 angebunden und gleichzeitig in Grünräume eingebettet, die das Quartier rahmen. In diesem Kontext entstand auch die neue Deutschlandzentrale der Atlas Copco Group, die arctum Architekten aus Köln entworfen haben.
Das Ensemble umfasst ein Bürogebäude mit ca. 6.000 m² Fläche sowie eine integrierte Werkhalle mit circa 2.300 m² für insgesamt rund 380 Mitarbeitende. Ergänzt wird das Quartier durch eine Kindertagesstätte und ein Parkhaus mit rund 220 Stellplätzen. Die Höhendifferenz im Gelände, die ein Gefälle von Süden nach Norden aufweist, wird im Entwurf aufgenommen und in eine Staffelung der Baukörper übersetzt. In nördlicher Richtung gibt es daher ein zusätzliches Geschoss, während sich das Gebäude zum zentralen Innenhof und zur Straße „Am Technologiepark“ zurücknimmt. Architekt Christian Richter erläutert die Leitidee: „Das Gebäude bildet den Auftakt zum Quartier. Die Architektur sollte daher nicht nur Adresse sein, sondern Raum bilden – insbesondere durch das Freihalten und Inszenieren der zentralen Grünachse, die als verbindendes Element durch das Quartier geführt wird.“ Prägendes Stilmittel sind die Gegenüberstellung von Transparenz und Massivität sowie der schwebende Baukörper, der eine räumliche Spannung zwischen Erdung und Leichtigkeit erzeugt. Die Fassade kombiniert Glasflächen in Pfosten-Riegel-Konstruktionen in den unteren Ebenen, die auf eine darüber liegende Hülle aus hellen, weiß gedeckten Leichtbetontafeln treffen. In Kombination unterstreichen sie den zeitgemäßen technologischen Charakter des Standorts. Die neu entstandene, zukunftsorientierte Arbeitswelt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Funktionale Effizienz, eine hohe Aufenthaltsqualität mit sozialer Durchmischung und der Anspruch auf Nachhaltigkeit tragen zum identitätsstiftenden Gesamtkonzept bei.
Das Herz des Gebäudes bildet der Multispace als zentraler Kommunikationsraum. Er fungiert als Schnittstelle zwischen den öffentlichen und internen Bereichen und unterstützt die Idee eines offenen Arbeitens im neuen Gebäude der Atlas Copco Group. Die hohe Transparenz der Erdgeschosse und gezielte Öffnungen in den oberen Ebenen sorgen für helle, gut beleuchtete Arbeitsräume. Eine reduzierte Farbpalette unterstützt die architektonische Klarheit. Auf den Punkt gebracht: Das Gebäude stärkt den offenen, campusartigen Charakter des Quartiers.
Photos:
Andrea Dingeldein
www.andreadingeldein.de
(Published in CUBE Ruhrgebiet 02|26)